Lachgas - ein lachendes Gas?

RedakteurIn: Gerald Perfler
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Ja, ich weiß, ein Gas kann nicht lachen. Aber ein Gas kann jemanden zum Lachen bringen. Genau genommen handelt es sich bei Lachgas übrigens um Distickstoffmonoxid.  Im folgenden Artikel will ich mich kurz mit dem Lachgas beschäftigen. Und zwar ernst - obwohl es sich um Lachgas handelt...

Name

Wie Distickstoffmonoxid zum Namen Lachgas kam ist nicht völlig geklärt. Einer einleuchtenden Theorie zufolge soll der Name darauf zurückzuführen sein, dass Konsument_innen bei der Einatmung von Lachgas in einen euphorischen Zustand versetzt werden und somit häufig lachen. So wurde zumindest in Großbritannien Mitte des 19. Jahrhunderts Distickstoffmonoxid als "laughing gas" bezeichnet als seine Wirkung in Vorführungen dem Publikum näher gebracht wurde.

Geschichte

Erstmals vorgestellt wurde Distickstoffmonoxid im Jahr 1772 vom englischen Chemiker und Physiker Joseph Priestley. Die euphorisierende und vor allem schmerzstillende Wirkung wurde  erst etwas später Ende des 18. bzw. zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch den Apotheker und Chemiker Humphry Davy erforscht. Ab den späten 1860er Jahren wurde Lachgas als Narkosemittel eingesetzt.

Herstellung

Hergestellt werden kann Distickstoffmonoxid entweder durch thermische Zersetzung von chloridfreiem Ammoniumnitrat oder durch Erhitzen einer Mischung aus Ammoniumsulfat und Natriumnitrat. Die chemische Summenformel für Distickstoffmonoxid ist N2O.
Distickstoffmonoxid wird aber auch natürlich bei der bakteriellen Nitrifikation oder als Nebenprodukt bei Verbrennungsvorgängen und bei extensiver Landwirtschaft durch Stickstoffdünger in die Atmosphäre freigesetzt.

Eigenschaften

Lachgas besitzt folgende Eigenschaften:

  • in Wasser löslich
  • nicht brennbar
  • kann andere Stoffe oxidieren
  • wirkt brandfördernd
  • farblos
  • geruchlos
  • geschmacklos

Anwendung

Distickstoffmonoxid wird derzeit auf vielfältige Art und Weise verwendet:

  • als Narkosemittel: gilt als schwaches Anästhetikum
  • bei Depressionen: als Sofort-Therapie
  • als Rauschmittel: wegen seiner dissoziativen Wirkung und leichten Verfügbarkeit
  • als Lebensmittelzusatzstoff: unter der Bezeichnung E 942
  • als Treibgas: etwa zum Aufschäumen von Schlagsahne
  • zur Steigerung der Motorleistung: Lachgaseinspritzung kann die Motorleistung kurzfristig um 20 bis 50% steigern

Gefahren

Als größte Gefahren im Umgang mit Lachgas könnte man die Erstickungsgefahr durch eine zu hohe Konzentration von Lachgas in der Raumluft, sowie den Umstand, dass Lachgas brandfördernd ist, zählen. Daneben besteht auch ein gesundheitliches Risiko, wenn man Lachgas pur und in hohen Mengen konsumiert. Ein hoher Konsum kann zu Dysphorie, Verwirrtheit, Kopfschmerzen und in extremen Fällen zu Kreislaufstillstand, Hirnschäden und Tod führen. Daneben verstärkt eine hohe Distickstoffdioxidkonzentration in der Atmosphäre den Treibhauseffekt und trägt somit auch zur globalen Erwärmung bei.

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Datum: Do. 01.04.2021