Nachlese: 4. eFuture-Day am 14.04.2016

RedakteurIn: Anita Eller
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Text: Dieter Draxl

Am 14. April 2016 fand am Tiroler Bildungsinstitut, Grillhof in Vill, von 9:00 bis 16:30 der 4. eFuture Day statt. Ca. 140 Lehrer_innen, vor allem IT-Kustod_innen, Schulleiter_innen, eLearning-Beauftragte und Lerndesigner_innen aus der Sekundarstufe I konnten sich über Trends und neue Entwicklungen in den Bereichen Digitale Kreativität, eLearning mit Mobile Devices und Sicherheit im Netz im Rahmen von vielseitigen Vorträgen und Workshops informieren. 

Die gelungene Organisation der Veranstaltung lag wie schon früher in den unermüdlichen Händen von Andrea Prock, Anita Eller, Michael Feistmantl und vielen anderen Mitarbeiter_innen aus den Partner-Institutionen Tiroler Medienzentrum (Michael Kern), Pädagogische Hochschule Tirol, Tiroler Bildungservice (Mag. Markus Fillafer), Tiroler Bildungsinstitut (Mag. Franz Jenewein) und dem Landesschulrat für Tirol (Mag. Helmut Hammerl). Als Ehrengäste waren Landesrätin Frau Dr. Beate Palfrader als auch Vertreter_innen des Landesschulrates und der Pädagogischen Hochschule Tirols eingeladen.

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Den Vormittag gestalteten Information-Inputs zur neuen Intitiative des BMBF "eEducation Austria" durch Mag. Martin Bauer (BMBF), eine Gesprächsrunde zum IST- und SOLL-Zustand der informationstechnischen Bildung in Tirol mit den Ehrengästen Dr. Irmgard Plattner, LSI Mag. Dr. Werner Mayr, Landesschulratsdirektor Dr. Reinhold Raffler und Fachinspektor für Informatik Mag. Helmut Hammerl mit Michael Kern als Moderator, und den zwei Keynote-Vorträgen von Dr. Thomas Strasser (PH Wien) und Sandra Schön (Salzburg Research) zu den folgenden 2 Topics:

Thomas Strasser:
Das Internet ist nicht die Antwort! Aber: was war nochmals die Frage? Zur pädagogischen Vielseitigkeit von Web 2.0-Tools im Unterricht

Sandra Schön:
Bananenmusik und Projektoren aus der Pappschachtel - Kreativitäts- und Innovationsentwicklung mit Making-Aktivitäten

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Dr. Thomas Strasser von der PH Wien berichtete in seiner Keynote über die Möglichkeiten, die sich mit dem Einsatz von Smartphones und Tablets für den Unterricht ergeben. Er plädierte für die Einbindung der Smartphones der Schüler_innen in den Unterricht und wandte sich mit vielen schlagkräftigen Argumenten gegen die noch immer vorherrschende "Einsperr- und Verbotsideologie" im Umgang mit Smartphones bei Schüler_innen. Im Klassenzimmer der Zukunft werden vermehrt die unterschiedlichsten Mobile Devices der Schüler_innen eingesetzt werden (BYOD). Lehrer_innen verwandeln sich in Lerncoaches und verlassen die Rolle der alleinigen Wissensvermittler. Nötiges Wissen wird eigenständiger erarbeitet, offene Bildungsressourcen schneller genutzt. Bei der Nutzung der Apps und Webanwendungen sollte die Informationsarbeit gegenüber den Eltern verstärkt werden (Welche Apps gedenke ich als Lehrer_in wozu zu nutzen? Welche Clouddienste sind wichtig? usw.). Der/Die klassische Lehrer_in wird zum "networked teacher". Die Idee des "Teilens", also Sharing soll mehr Gewicht erhalten und eine Sharing-Struktur aufgebaut werden. Besonders wichtig ist die Schaffung einer "Informations-Filter-Kompetenz" um sinnvoll mit der Datenflut umgehen zu lernen.

Die Aussage von Mitchell Kapor "Getting information from the Internet is like taking a drink from a fire hydrant." ist aktueller denn je. Unterrichtende in Österreich sollten bei der Auswahl und Nutzung der Tools und Apps im Web die freiere Gesetzgebung viel mehr nützen - in Deutschland seien die Restriktionen weitaus stärker und unangenehmer. Lernen wird "ubiquitär", also durch den Einsatz der mobilen Lerntechnologie überall und zu jeder Zeit möglich. 

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Die zweite Keynote - Vortragende war Sandra Schön von Salzburg Research. Sie berichtete über die aktuelle Trendwelle des "Makings", also des "digitalen Selbermachens", referierte über historische Entwicklungen und stellte einige Beispiele direkt vor. Unternehmen springen seit geraumer Zeit auf diesen "Zug" auf und fördern Projekte aller Art. Vorgestellt wurden ein DIY-Beamer, der aus einer Becherlupe, einem Smartphone und einer Schachtel besteht, dann eine selbstgebastelte VirtualReality-Brille aus Karton, ein "Bananenklavier" mit einem Makey-Makey-Chipsatz und andere Ideen zur digitalen Kreativität. Sie machte den Zuhörern Mut, selbst einiges davon auszuprobieren bzw. neue Projekte anzugehen wie z.B. die Organisation eines "Maker Days" oder den Aufbau eines "Makerspaces" - was allerdings einer gehörig gefüllten Brieftasche bedarf.

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Der Nachmittag gehörte dann - wie schon vorher erwähnt - den Workshops und Kurzvorträgen (siehe Programmfolder).

Alles in allem war auch dieser heurige eFuture Day eine sehr interessante, vielseitige und informative Veranstaltung. Großer Dank gebührt allen Teilnehmer_innen, Vortragenden und Organisator_innen.

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Datum: Fr. 15.04.2016