Dmaths - Mathematikerweiterung für LibreOffice und OpenOffice

RedakteurIn: Gerald Perfler
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Wenn man öfter vor der Aufgabe steht für Arbeitsblätter oder Schularbeiten in einem Textverarbeitungsprogramm Formeln, Graphen, Statistiken, Figuren oder dergleichen einfügen zu müssen, stellt man sehr schnell fest, dass sich dies als durchaus zeitaufwändige Aufgabe herausstellen kann. Meist hat man den entsprechenden Graphen oder geometrischen Körper in einem anderen Programm gezeichnet, dort exportiert und dann im Textverarbeitungsprogramm wieder importiert. Und wenn man Glück hatte (oder einfach nur geschickt genug war), dann hat das Ganze auch keine allzu groben Probleme mit dem Layout verursacht - dies war zumindest bei mir aber leider nicht immer der Fall. Das müsste jedoch nicht so sein, denn zumindest für LibreOffice und Open Office gibt es mit Dmaths eine Erweiterung, die das Erstellen von solchen Texten enorm erleichtert und die so nebenbei auch gleich noch einige zusätzliche Funktionen mitbringt.

Was ist Dmaths?

Dmaths ist eine kostenlose und sehr interessante Erweiterung für LibreOffice und OpenOffice, die sowohl bei der Erstellung von mathematischen Texten, als auch bei der Lösung von mathematischen Aufgaben sehr hilfreich sein kann. Entwickelt wurde Dmaths von Didier Dorange-Pattoret, Gilles Daurat, Alain Haguet und Gisbert Friege und sie besteht aus 3 Modulen.

Die 3 Module von Dmaths:

  • Dmaths: liefert neue Symbole für die Symbolleiste, mit denen das Verfassen von Texten erleichtert wird, sowie Dialoge für das Erstellen von Graphen, Gittern, Statistiken, Figuren, Vorzeichentabellen für Ableitungen, etc.
  • GDmath: zur Konstruktion von geometrischen Grundfiguren in der Ebene, zum Zeichnen von Winkelmessern, Zahlenstrahlen, Koordinatensystemen und auch zur Erstellung von einfachen Grundrechenaufgaben, etc.
  • AHmath3D: zum Zeichnen geometrischer Grundkörper (Quader, Pyramiden, Kegel, Kugel, Zylinder), sowie deren Netze (auch mit Klebelaschen)

Wie installiert man Dmaths?

Dmaths ist kostenlos und kann direkt hier oder auf der Herstellerseite heruntergeladen werden. Um sicherzustellen, dass Dmaths nach der Installation reibungslos läuft, sollte man bei der Installation unbedingt die empfohlenen Schritte einhalten. Die Installation selbst sollte aber dann keine allzu großen Probleme verursachen.

Was kann man mit Dmaths genau machen?

Dmaths ist wirklich sehr vielfältig einsetzbar, aber um nicht den Rahmen dieses Artikels zu sprengen, seien hier nur ein paar Anwendungen exemplarisch kurz zusammengestellt:

  • Blitzmakros: für Formeln, Vektoren, Strecken, Winkel, Limes, Integrale, Summen, Wurzeln, Gleichungssysteme, Matrizen
  • Formeldialog: für das schnelle und einfache Erstellen von Formeln
  • Autotext: mit wenigen Zeichen und der F3-Taste Mengensymbole, griechische Buchstaben und dergleichen erzeugen
  • Klammernmenü: für komfortables Arbeiten mit Klammern und Mengensymbolen (nach Installation der Schrift Atalante)
  • Graphen-Dialog: zeichnen von bis zu 9 Funktionsgraphen in einer Grafik, in verschiedenen Farben, Eingabe in minimierter Form, Parameterform oder in Polarkoordinaten, frei wählbare Bereiche, Plottermodul für Funktionen durch Punkte
  • Statistik-Dialog: direkte Eingabe von Daten oder Übernahme aus .org oder .xls Dateien, automatische Berechnung von Min, Max, Median, Quartile, Mittelwert, Standardabweichung, Erzeugung von Boxplots
  • Vorzeichentabelle-Dialog: liefert eine Tabelle für Funktionsuntersuchungen (Vorzeichen, Monotonie, Krümmungsverhalten, etc.)
  • GDmath: zeichnen von zweidimensionalen Objekten, Zahlenstrahlen, Winkeln, Winklemessern, Koordinatensystemen, Punktraster, Gitterlinien, Änderung von Ausrichtung und Position von Beschriftungen, Erstellen von Additionen, Subtraktionen, Multiplikationen und Divisionen (Schreibweise aber v.a. bei Multiplikation und Division gewöhnungsbedürftig, da in Österreich eher unüblich) 
  • AHmath3D: zeichnen von gängigen dreidimensionalen Objekten (Quader, Pyramide, Kegel, Kugel, Zylinder, Prisma, Pyramidenstumpf) und deren Netze (auch mit Klebelaschen)

Fazit:

Für mich ist diese Erweiterung Gold wert, kann ich mit ihr doch viel Zeit einsparen, die ich ansonsten mit der mühsamen Suche nach Sonderzeichen und den richtigen Befehlen im Formeleditor oder bei der Formatierung von importierten Grafiken verbracht habe - von dem Ärger, den ich mir dabei erspare ganz zu schweigen. Die zusätzlichen Dialoge zum Zeichnen von Graphen, die statistischen Berechnungen und die Erleichterungen beim Zeichnen von zwei- und dreidimensionalen Objekten sind dann noch das Sahnehäubchen. Zumindest für Mathematiker, die mit LibreOffice oder OpenOffice arbeiten, ist Dmaths aus meiner Sicht deshalb unbedingt zu empfehlen umsomehr als die Erweiterung noch dazu kostenlos, in deutscher Sprache und mit einer sehr guten Hilfedatei (v.a. bei Blitzmakros und Autotext sehr nützlich) versehen ist. Doch auch Chemiker und Physiker können hier interessante Funktionen finden - Stichwort Isotope.

Und zum Abschluss hier noch ein paar Screenshots von Dmaths:

Abb1: Standardsymbolleiste von LibreOffice nach der Installation von Dmaths

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Abb2: Der Graphendialog von Dmaths

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Abb3: Der Statistikdialog von Dmaths

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Abb4: Das Netz eines Prismas von AHmath3D

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Datum: Mi. 15.10.2014