Wenn ein gesendetes Bild wieder verschwinden soll(te) - Snapchat, Wickr, Clipchat und Co

Gruppe von Kindern wird mit einem Smartphone gefilmt
Bildquelle: Symbolfoto: Mobbing / bilder.tibs.at/index.php?page_id=6&img=31437 / Clemens Löcker / CC BY-NC-SA 3.0 AT

Man denkt an nichts Böses und plötzlich geschieht es: ein kurzes Geräusch (oder auch nicht), ein Blitz (oder auch nicht) und schon ist man auf einem Bild verewigt. Völlig ungewollt und demnach auch völlig unvorbereitet und meist nicht so, wie man sich gerne sehen würde. Hat man Glück, ist der oder die Fotograf_in gerne bereit das Bild zu löschen. Wenn nicht, dann verschwindet das Foto meist in irgendeinem Dateiordner und ward nie mehr gesehen. Aber wenn man Pech hat, wird das Foto verschickt um es anderen Freunden zu deren Belustigung zugänglich zu machen (auf die rechtlichen Aspekte wollen wir hier einmal nicht eingehen!). Hin und wieder verschickt man vielleicht sogar gerne selbst ein Foto von sich oder seinen Freunden, nur um später zu bemerken, dass dies doch keine gute Idee war. So oder so, ist ein Foto erst einmal verschickt, muss man damit rechnen, dass es auch verwendet wird - auch wenn es erst Jahre später passiert (Hochzeiten und runde Geburtstage sind da sehr gefährlich). Wie praktisch wäre es da, wenn man ein Foto verschicken könnte, das sich nach einiger Zeit einfach in Luft auflöst.

Kann das funktionieren?

Einige Anbieter (etwa Snapchat, Wickr oder Clipchat) haben sich diesem Thema gewiedmet und Apps entwickelt, die es den Benutzern ermöglichen zu chatten und Bilder oder auch Videos zu verschicken mit der Sicherheit, dass diese dann nach Ablauf einer gewissen Zeit wieder gelöscht werden. Das klingt wunderbar: endlich kann man Fotos und dergleichen verschicken, welche den Empfängern eine kurze Zeit zur Verfügung stehen und die dann wieder verschwinden.

Sind die übermittelten Daten nach Ablauf der Zeit wirklich weg?

Na ja. Die Anbieter löschen die Daten von den Servern, das stimmt. Und damit stehen sie den Empfängern auch nicht mehr in der entsprechenden App zur Verfügung. Aber wie die Anbieter auch selbst angeben, kann man natürlich nicht verhindern, dass Empfänger einen Screenshot des Bildes oder der Unterhaltung machen. Und diese Screenshots kann natürlich kein Anbieter verhindern oder löschen. Das Bild kann also nach einer gewissen Zeit aus der Welt sein, muss es aber nicht - man wird es nie genau wissen.

Fazit:

Wenn man nicht will, dass ein Foto missbräuchlich verwendet wird, sollte man es nicht verschicken oder in einem Clouddienst speichern. Wer dies dennoch macht, muss damit rechnen, dass es - auch gegen den eigenen Willen - öffentlich gemacht werden kann. Beispiele dafür gibt es viele und immer wieder, man denke nur an die Fotos, die diesen Sommer von Prominenten ins Netz gelangt sind. Und aktuell kursieren auch Meldungen über eine Datenpanne bei Snapchat im Internet, wenngleich es sich hierbei laut Snapchat um die App eines Drittanbieters (SnapSaved.com) handeln dürfte, mit der man die Daten und Fotos von Snapchat direkt speichern konnte (also ohne den Umweg über einen Screenshot).

Also noch einmal:

Wenn man nicht will, dass ein Foto missbräuchlich verwendet wird, sollte man es nicht verschicken oder in einem Clouddienst speichern.

 

Links:

Bildquelle: 
Symbolfoto: Mobbing / bilder.tibs.at/index.php?page_id=6&img=31437 / Clemens Löcker / CC BY-NC-SA 3.0 AT

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