Exoplaneten oder die Suche nach lebensfreundlichen Orten in den Tiefen des Weltraums

Gespeichert von Gerald Perfler am Mi. 08.06.2016
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Nicht zuletzt seit unser Planet immer mehr unter dem Ressourcenhunger seiner Bewohner_innen leidet, ist die Menschheit auf der Suche nach einem Ausweg. Dies war auch bereits früher der Fall, als sich Menschen auf den Weg machten um neue Gebiete zu besiedeln um dort ein neues - ihren Hoffnungen  nach besseres Leben - zu beginnen. Jetzt, wo es auf unserem Planeten keine oder nur mehr kaum neu zu besiedelnde Gebiete mehr gibt, richtet sich der Blick in eine andere Richtung. Man sucht nach Planeten im Weltall, auf denen menschliches Leben möglich ist.

Definition Exoplanet

Wikipedia bietet für den Begriff Exoplanet folgende Definition an:

Ein Exoplanet, auch extrasolarer Planet, ist ein planetenartiger Himmelskörper außerhalb (griechisch ἔξω) des vorherrschenden gravitativen Einflusses der Sonne. Extrasolare Planeten gehören also nicht dem Sonnensystem an, sondern einem anderen Planetensystem und umkreisen einen anderen Stern oder Braunen Zwerg, wobei die größten Objekte selbst Braune Zwerge sind.

(de.wikipedia.org/wiki/Exoplanet)

Exoplaneten sind also Planeten ausserhalb unserers Sonnensystems, die einen anderen Stern umkreisen und davon gibt es ziemlich viele. Um genau zu sein 3406 laut Wikipedia mit Stand 12.5.2016.

Auffinden von Exoplaneten

Exoplaneten können entweder indirekt oder direkt nachgewiesen werden. Für einen direkten Nachweis muss der Planet - wie der Name schon sagt - direkt gesichtet werden. Bei einem indirekten Nachweis wird aufgrund verschiedener Daten auf die Existenz eines Exoplaneten geschlossen. Dabei gibt es verschiedene Methoden, die ich hier aber nicht beschreiben sondern nur auf Wikipedia verweisen werde. Es liegt in der Natur der Sache bzw. ist den großen Entfernungen im Vergleich zur Größe der einzelnen Planeten geschuldet, dass ein direkter Nachweis oft nur sehr schwer möglich ist und dass auch nur Exoplaneten einer gewissen Mindestgröße gefunden werden. Wobei diese Grenze durch bessere Geräte und genauere Methoden stetig nach unten verschoben wird. Als derzeit kleinster nachgewiesener Exoplanet gilt seit Februar 2013 Kepler-37 b, der mit einem Durchmesser von einem Drittel jenem der Erde nur ein bischen größer als der Mond ist. Das Finden von Exoplaneten ist das Eine, aber so wie auch in unserem Sonnensystem nur einer von 8 (oder 9 - siehe diesen Artikel) Planeten menschliches Leben ermöglicht, ist dies bei den Exoplanenten nicht viel anders. Es gilt also jene Exoplaneten herauszufiltern, auf denen die entsprechenden Bedingungen vorherrschen.

Voraussetzungen für Leben auf Exoplaneten

Exoplaneten gibt es ja viele, aber für eine Besiedelung durch den Menschen benötigt es bestimmte Voraussetzungen, damit Leben wie wir es kennen überhaupt möglich ist. Vor allem muss der Planet in der sogenannten habitablen Zone, also in einem bestimmten Abstand zur jeweiligen Sonne liegen. Dies ist nötig um den richtigen Temperaturbereich zu gewährleisten, damit sich flüssiges Wasser bilden kann, das dann  auch erhalten bleibt. Während es nach dem Auffinden eines Exoplaneten noch einigermaßen leicht ist festtzustellen, ob sich dieser innerhalb einer habitablen Zone befindet, ist der Nachweis von Wasser schon um einiges schwieriger - in vielen Fällen bisher sogar unmöglich. Man denke in diesem Zusammenhang etwa nur daran, dass immer noch nicht abschließend geklärt ist, ob sich auf unserem äußeren Nachbarplaneten Mars, der ebenfalls knapp in der habitablen Zone rund um unsere Sonne liegt, Wasser beifndet. Und der Mars ist um einiges näher als die vielen gefundenen Exoplaneten. Bisher können Forscher also meist nur angeben, dass sich ein Planet innerhalb einer habitablen Zone befindet und somit Wasser vorhanden sein könnte, aber in der Regel nicht, ob dies tatsächlich der Fall ist. Es wird aber sehr intensiv geforscht, um auch dies in näherer Zukunft durchführen zu können.

Potentielle Kandidaten für bewohnbare Exoplaneten

Auf dem Habitable Exoplanets Catalog des Planetary Hability Laboratory (PHL) der University of Puerto Rico at Arecibo befinden sich zur Zeit 42 potentielle habitable Exoplaneten, wovon 9 die Bedingungen einer konservativen Auslegung erfüllen und die restlichen 33 jene für eine optimistische Auslegung (Stand 11.05.2016). Der Erde am Nächsten liegt dabei mit ca. 13 Lichtjahren der Exoplanet mit dem Namen Kapteyn b. Allerdings ist dieser Exoplanet noch nicht abschließend bestätigt. Der nächstgelegene bestätigte Exoplanet wäre mit einer Entfernung von ca. 14 Lichtjahren der Planet Wolf 1061 c.

Zukunft

Durch immer bessere Messgeräte werden - so die Finanzierungen der Projekte erhalten bleiben - wohl noch zahlreiche Exoplaneten in habitablen Zonen gefunden werden. Im Laufe der Zeit wird man auch solche Exemplare finden, die kleiner als alle bisherigen sind. Bei der Suche nach Wasser war man bisher meist auf Beobachtungen durch Weltraumteleskope, wie etwa Hubble, angewiesen. Seit der Entwicklung des CRIRES (Cryogenic high-resolution Infrared Echelle Spectrograph) am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte kann dies auch von der Erde aus erfolgen. Mit diesem Instrument können nämlich Spektrallinien von Planeten genauer als bisher untersucht werden.

Fazit

Die Suche nach Exoplaneten, die Leben ermöglichen, schreitet immer weiter voran. Es werden immer mehr Planeten gefunden, die dann auch immer genauer untersucht werden. Dabei geht es den Wissenschaftler_innen einerseits darum prinzipielle Frage zu beantworten, wie etwa neues Leben entstehen kann oder ob sich auf anderen Planeten ebenso Leben entwickelt hat. Andererseits würde der Fund eines Planeten mit ähnlichen Rahmenbedingungen wie sie auf der Erde herrschen, auch neue Möglichkeiten der Besiedelung eröffnen. Sollte einmal tatsächlich ein Exoplanet gefunden werden, auf dem Bedingungen wie auf der Erde herrschen, wird sich aber vermutlich ein neues Problem stellen: Denn die bisher gefundenen Exoplaneten befinden sich mehrere Lichtjahre entfernt von der Erde. Eine solche Strecke ist mit den derzeitigen technischen Möglichkeiten unmöglich zu überbrücken. Zum Vergleich - wobei es sich hier nur um sehr vereinfachte Überschlagsrechnungen handelt, die nur die Größenordnungen verdeutlichen sollen: Wenn man ca. 12,3 Millionen mal zum Mond und wieder zurück geflogen ist, hat man in etwa jene Strecke zurückgelegt, die einem Lichtjahr entspricht. Das würde mit derzeitig gebräuchlichen Raketen ungefähr 182.000 Jahre dauern...

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