Unsterblichkeit im Internet

RedakteurIn: Gerald Perfler
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Es gehört zum Lauf des Lebens, dass man von verschiedenen Dingen Abschied nehmen muss, auch von liebgewonnenen Personen, die versterben, und in letzter Konsequenz von der Welt, wenn man selbst verstirbt. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich schon von Anbeginn der Menschheitsgeschichte der Wunsch nach Unsterblichkeit oder zumindest der Wunsch nach einer möglichen Kontaktaufnahme mit Verstorbenen entwickelt hat und manch eine_r hat damit gute Geschäfte gemacht. Aber zumindest mir ist noch kein Fall von Unsterblichkeit bekannt. Bei der Kontaktaufnahme mit Verstorbenen ist dies nicht so einfach. Da kann ich zwar auch keine persönlichen Erfahrungsberichte liefern, aber es soll ja Menschen geben, die mit den Toten Kontakt aufnehmen können. Ob man dem Glauben schenken will oder nicht bleibt der_m Leser_in überlassen. Dem Ganzen eine neue Dimension gibt das Internet.

Unsterblichkeit im Internet

Daten, die ins Internet gestellt werden, sind nämlich oft nur mehr schwer wieder aus diesem entfernbar. Denn selbst wenn man die Originaldatei löscht, befindet sich doch meist noch irgendwo eine Kopie davon im Netz. Es gibt aber auch Firmen, die sich generell damit beschäftigen das Andenken von Menschen für die Nachwelt zu bewahren. Interessierte müssen dafür den Firmen aber Zugang zu ihren persönlichen Daten, etwa von Social Media Plattformen und Mailaccounts geben. Die Anbieter erstellen dann mit diesen Informationen einen Avatar (in der Regel natürlich gegen eine Gebühr), der dann nach dem Tod der betreffenden Person im Internet weiter leben soll und somit in gewisser Weise unsterblich ist.

Chatten mit Verstorbenen

In weiterer Folge soll dieser Avatar dann in der Lage sein mit Interessierten mittels Chat zu kommunizieren, so dass man sich mit ihm oder ihr wie mit der verstorbenen Person unterhalten kann. Dies soll durch künstliche Intelligenz ermöglicht werden.

Voraussetzungen

Um diese Angebote zu nutzen, muss man natürlich viele persönliche Daten von sich über einen langen Zeitraum preisgeben und im Idealfall den Avatar auch noch selbst trainieren. Um einen möglichst authentischen Avatar erzeugen zu können wird hier ein Alter von höchstens 25 Jahren empfohlen.

Fazit

Letzten Endes muss ja jede_r selbst entscheiden ob man als Avatar im Internet weiterleben möchte oder nicht. Aber ich persönlich will nicht alle meinen Daten freigeben und dazu noch dafür bezahlen, dass ich als Avatar im Netz weiterlebe. Und ich will schon gar nicht, dass dieser Avatar in meinem Namen spricht, selbst wenn ich das dann gar nicht mehr hören bzw. lesen werde.

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Datum: Do. 20.10.2016