Holographie oder die Kunst exakte Abbildungen eines Originals zu erzeugen

RedakteurIn: Gerald Perfler
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Hologramme kennt man vornehmlich aus Science Fiction Filmen: Da sieht man immer wieder wie etwa die Telefonie der Zukunft aussehen könnte: Ein Hologramm schwebt mitten im Raum - man steht seinem Gesprächspartner somit praktisch direkt gegenüber und kann daher ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht führen. Ganz soweit ist die Holographie zwar noch nicht, aber was versteht man eigentlich unter Holographie und wieweit ist die Technik mittlerweile überhaupt? Verschaffen wir uns einen kurzen Überblick:

Was versteht man unter Holographie:

Auf Wikipedia findet man unter Holografie folgende Definition:

Unter Holografie (auch Holographie, von altgr. ὅλος holos „ganz, vollständig“ und -grafie) fasst man Verfahren zusammen, die den Wellencharakter des Lichts ausnutzen (und zwar seine Interferenz- und Kohärenz-Möglichkeiten), um systematisch anschauliche Darstellungen zu erzielen, die über die Möglichkeiten der klassischen Fotografie hinausgehen (mathematisch gesehen wird ein dreidimensionaler Gegenstand aus einem zweidimensionalen Abbild seiner Fouriertransformierten rekonstruiert, wobei der Blickwinkel wichtig ist). Die Motive scheinen bei der Betrachtung frei im Raum zu schweben. Bei seitlichen Bewegungen kann dabei auch um ein Objekt herumgesehen werden und bei beidäugiger Betrachtung entsteht ein vollständig dreidimensionaler Eindruck.

(http://de.wikipedia.org/wiki/Holografie; 27.04.2015)

Mit Hilfe der Holographie werden also vereinfacht ausgedrückt die gesamten optischen Informationen eines Objekts aufgezeichnet und dann wiedergegeben. Bei der anschließenden Betrachtung scheinen die Objekte sodann frei im Raum zu schweben. Je nach Betrachtungsart und Betrachtungswinkel ist es auch möglich um das Objekt herum zu schauen oder einen dreidimensionalen Eindruck zu erzeugen.

Entwicklung der Holographie:

Die Entwicklung der Holographie geht zurück auf Dénes Gábor, der 1947 beim Versuch das Auflösungsvermögen von Elektronenmikroskopen zu verbessern, das Prinzip der Holographie entdeckte. Da die Ergebnisse seinen Ansprüchen jedoch nicht genügten, wandte er sich wenige Jahre später von diesem Forschungsgebiet wieder ab. Mit der Erfindung des Lasers und der Entwicklung besserer Aufnahmetechniken erlebte das Gebiet der Holographie - sehr zum Erstaunen Gábors - dann in den 60er Jahren wieder eine Renaissance und 1971 erhielt Gábor den Physiknobelpreis für die Erfindung der Holographie.

Anwendungen der Holographie:

Die Holographie findet in verschiedenen Bereichen Anwendung. Beispiele dafür wären:

  • holographisch optische Bauelemente: als Ersatz von Linsen und Spiegeln
  • Echtheitszertifikate bei Geldscheinen und Pässen: Achtung: manchmal werden hier Kinegramme fälschlicherweise als Hologramme bezeichnet
  • Archäologie:  Erstellung holographischer Abbilder von Fundstücken
  • Medizin: Erstellung genauer holographischer Abbildungen (etwa des Gesichts) zur Vorbereitung und Planung von Operationen; holographische Endoskopie zur Erstellung von räumlichen Bildern aus dem Körperinneren oder von schwer zugänglichen Orten
  • holographische Interferometrie: zur Messung kleinster Bewegungen und Verformungen von Objekten
  • Kunst: als Form der Medienkunst

Ein eigenes Hologramm erzeugen:

Mit einem gewissen Budget (ca. 70 €) und ein bisschen Zeit (ca. 30 Minuten) kann man ein Hologramm auch selbst erzeugen. Wie das geht und was man dafür braucht ist hier zu finden (zusammengestellt von Ticamoni, Monicr).

Fazit:

Bis Gespräche mit einem Hologramm des Gesprächpartners möglich sein werden, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Aber in einigen Bereiche unseres Lebens hat die Holographie bereits Einzug gehalten und es werden wohl noch einige hinzukommen. Vielleicht begegnen sich dann irgendwann nur mehr Hologramme und die Menschen dahinter verlassen gar nicht mehr ihre Behausungen, wobei mir diese Vorstellung gar nicht behagt.

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Datum: Fr. 08.05.2015