Gipfel per App identifizieren

RedakteurIn: Gerald Perfler
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Vielleicht geht es ihnen manchmal so wie mir. Man findet oder besser gesagt nimmt sich endlich wieder einmal die Zeit auf einen Berg zu gehen und marschiert in mehr oder weniger schnellem Tempo dem Gipfel entgegen. Oben angekommen setzt man sich dann gemütlich hin, verzehrt die mitgebrachte Jause und genießt das Panorama. Und dabei stellt sich dann oft die Frage (im Fall dass man Kinder dabei hat, wird die Frage meist von diesen gestellt), welche Gipfel man da jetzt denn so eigentlich sieht. Manchmal wird man am Gipfel auch Zeuge von fachkundigen Gesprächen anderer Bergsteiger_innen, die sich teilweise nicht einig sind, welche Gipfel gerade betrachtet werden. Wie kann man also sicherstellen, eine genaue Auskunft darüber zu erhalten, um welche Berggipfel es sich wirklich handelt? Man könnte eine ortskundige Person dabei haben, was leider nicht immer der Fall sein wird, Kartenmaterial und Kompass für die Beantwortung heranziehen oder man greift auf technische Hilfsmittel zurück, denn das Smartphone kann und weiß ohnehin alles besser. Ja richtig, selbst dafür gibt es Apps.

Funktionen der Apps:

Prinzipiell machen die einzelnen Bergpanoramaapps nichts anderes, als anhand des eingebauten (und für diesen Zweck hoffentlich aktivierten) GPS Sensors die Position und mittels des eingebauten Kompass die Blickrichtung des Anwenders zu bestimmen. Anschliessend werden dann mittels des in der Datenbank der Anwendung hinterlegten Datenmaterials die einzelnen Gipfel benannt. Die Brauchbarkeit der einzelnen Apps hängt somit sehr stark von der verwendeten Datenbank und der Genauigkeit der Sensoren der Smartphones ab. Tablets sind für diesen Zweck aufgrund des oftmals fehlenden GPS Sensors und des fehlenden Kompass ungeeignet (und meist ohnehin nicht unbedingt im Rucksack für eine Bergwanderung gut aufgehoben). Sollte das eigene Smartphone ohne GPS Sensor und/oder Kompass ausgestattet sein, so kann man die Koordinaten des eigenen Standpunkts meist auch manuell eingeben. In diesem Fall sollte man dann natürlich genau wissen, wo man steht und bereits im Vorfeld die entsprechenden Koordinaten recherchiert haben. Prinzipiell sollten die Apps also gute Ergebnisse liefern, wenn die Standortdaten korrekt ermittelt bzw. eingegeben worden sind. Praktisch scheint es allerdings, wenn man den einzelnen Rezensionen Glauben schenken darf, doch nicht so problemlos zu funktionieren. Vor allem die kostenlosen Apps greifen nämlich naturgemäß in der Regel auf kostenloses Datenmaterial zurück und sind somit stellenweise nicht wirklich hilfreich, weil unvollständig (was bei den kostenpflichtigen Apps natürlich auch der Fall sein kann). Des Weiteren sollen teilweise recht witzige, da sehr unrealistische Anzeigen, vorkommen (mehrere Großglockner nebeneinander, etc.). Die ein oder andere App bietet auch noch Zusatzfunktionen wie ein 360° Panorama, eine Zoomfunktion oder die Suche nach bestimmten Gipfeln an.

Die Apps:

Fazit:

Wer auf Bergtouren gerne wissen möchte, aus welchen Gipfeln das sichtbare Panorama so besteht, bekommt - ein geeignetes Smartphone vorausgesetzt - mit den einzelnen Bergpanoramaapps ein praktisches und informatives Werkzeug zur Hand, dessen Nutzen allerdings stark von der hinterlegten Datenbank abhängt. Man sollte die erhaltenen Ergebnisse somit wie immer durchaus kritisch betrachten, denn nicht alles was angezeigt wird, macht auch Sinn. Aber man kennt dies ja schon von diversen Fahrzeugen, die immer wieder einmal von einem Navigationsgerät auf Wanderwege geleitet werden, wo sie dann nicht mehr weiterkommen, und Autofahrer_innen, die die Angabe "bitte wenden" des eigenen Navigationsgeräts sogar auf Autobahnen pflichtbewusst befolgen. Das soll heißen: Selbst wenn die App den K2 anzeigt, wird man diesen von Tirol aus leider trotzdem nicht sehen. Alles in allem sind die Apps somit ein guter Anhaltungspunkt, dem man aber nicht blind vertrauen sollte.

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Datum: Fr. 15.05.2015