Rechtsextremismus spielerisch erkennen
Codes wirken harmlos, funktionieren international und scheinbar zufällig. Zu entdecken sind sie auf Social Media bzw. in Blogs, in Kommentaren oder bei amerikanischen Präsidenten. Das scheinbar harmlose Glas Milch, zwei Blitze oder Buchstabenansammlungen wie DDD vermitteln jedoch eine klar rechte, demokratiefeindliche Gesinnung.
Die tiefe, versteckte Bedeutung der chiffrierten Botschaften erreicht über diverse Accounts somit auch unsere Schüler:innen. Verschlüsselte Botschaften gestalten Gesellschaft, weil sie die Ideologie der Übermenschen wieder normalisiert.
Sprüche oder Symbole, die eine geheime Botschaft übermitteln, werden auch als "Dogwhistling" bezeichnet. Wie eine Hundepfeife, die nur Hunde hören können, verstehen nur Eingeweihte die geheime Botschaft, die öffentlich ausgesprochen, strafrechtlich relevant ist.
Die meist rechten und teilweise sogar rechtsextremen Codes bestehen aus Emojis, Abkürzungen, Hashtags oder scheinbar harmlosen Sprüchen, die versteckt eine extremistische Bedeutung erhalten. Entscheidend ist jedoch der Kontext. Nicht jedes gepostete Milchglas oder jedes blaue Herz ist potentiell gefährlich.
Eine unterrichtstaugliche Empfehlung für Jugendliche ab 14 Jahren ist die Auseinandersetzung mit problematischen Inhalten in Serious Games.
Spiele:
- #cleanyournetwork: Actionbound-Game von klicksafe
- Hidden Codes: von der Anne Frank Stiftung
- Game "Augen auf" von der bayrischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Registrierung der Lehrperson notwendig
- Die Parabel der Polygone: gemeinfreies Abgrenzungssimulationsspiel in unterschiedlichen Sprachen
Der volatile Charakter der digitalen Kommunikation bringt es mit sich, dass sich Codes wie Trends schnell ändern können. Deshalb darf man dranbleiben. Gut recherchierte Informationen zum Thema Gewalt und Rechtsextremismus im Netz finden Sie unter anderem hier:
Wer den Verdacht hat, Extremismus zu begegnen oder tatsächlich Extremismus erlebt, kann sich auch an eine der zahlreihen Anlaufstellen wie ZARA, die Beratungsstelle Extremismus oder die Stopline wenden.