Der Darwin-Award
Wer ist Charles Darwin?
Charles Darwin lebte im 19. Jahrhundert und erlebte so eine kolonial wie rassistisch geprägte Zeit. Der Naturforscher gilt als einer der bedeutendsten Wissenschaftler der Geschichte, auch wenn der damalige Wissenstand von der Vererbungslehre eher bescheiden war.
Darwins Evolutionstheorie besagt, dass sich Arten im Laufe der Entwicklung anpassen, entwickeln und eine natürliche Selektion schrittweise erfolgt.
Für die damalige Zeit revolutionär war seine Ansicht, dass sich auch der Mensch verändert. Diese Erkenntnis wurde von religiösen Gruppen jedoch abgelehnt, da sie im Widerspruch zu Schöpfungsgeschichten gesehen werden konnten.
Der Überlebenstrieb von Individuen steht jedoch im krassen Gegensatz zu den Darwin Awards. Angelehnt an Darwins "Survival of the Fittest" werden diese "Auszeichnungen" an Menschen vergeben, die durch falsche Entscheidungen ihr Leben riskiert oder gar verloren haben.
Die Ursprünge des Darwin Awards
Der Name bezieht sich auf den britischen Naturforscher ohne ihm Ehre zu machen. Die Idee dafür hatten Biologiestudenten von der US-amerikanischen Universität Stanford in den 1990er Jahren. Verliehen wird der "Preis" an Menschen, die durch ein besonders unüberlegtes Missgeschick gestorben oder unfruchtbar geworden sind. So haben die Ausgezeichneten laut Jury selbst dazu beigetragen, dass ihr Genmaterial nicht weitergegeben kann. Der Negativpreis wurde geschaffen, um Menschen auszuzeichnen, die selbstverschuldet zu einer "natürlichen Selektion" beigetragen haben.
Es sind Menschen, die Selfies mit Löwen machen und gefressen werden, durch ihre persönliche Selbstschussanlage sterben oder in Turnpatschen am Berg abstürzen. Zu den Preisträgern gehören Menschen, die sich mit Helium-Ballons aufs offene Meer tragen lassen oder sich Feuerwerkskörper zwischen die Pobacken stecken.
Darwin Awards in Social Media
Was früher vielleicht geschmackloser und makabrer Humor war, ist heute Content. Durch die Logik des Algorithmus lohnt sich krasser Content hinsichtlich der Aufrufe. Riskantes Verhalten wird mit Klicks belohnt, die Reichweite und die große Zahl der Aufrufe haben Folgen.
- Kinder und Jugendliche lernen, dass Risiko belohnt wird.
- Sie sehen verstörende Bilder und Videos.
- Das Mitgefühl für leidende und sterbende Menschen schwindet.
- Filmen statt helfen wird zur Normalität.
Was Eltern und Pädagog:innen tun können
Kinder und Jugendliche sind die Pioniere der Sozialen Netzwerke. Sie haben diese in einer unglaublichen Geschwindigkeit erobert. Dass Eltern und Pädagog:innen nicht mithalten konnten, bringt Herausforderungen mit sich. Doch Medienkompetenz braucht nicht nur Begleitung, es ist ein Prozess der kleinen Schritte.
Social Media hat die Kindheit und Jugend verändert. Der Spielplatz ist häufig Social Media gewichen.und die digitale Kommunikation geschieht unter fragwürdigen Spielregeln. Zum einen stoßen User auf Inhalte, die sie nicht gezielt gesucht haben. Zum anderen übermitteln Memes durch die Kraft der Bilder verknappte Botschaften. Durch die Infrastruktur der Sozialen Medien verbreiten sich Bilder schnell, werden verändert und kommentiert sowie repostet.
Für Erziehende ergeben sich folgende Handlungsempfehlungen:
- Haltung entwickeln: Versuchen Sie bei digitalen Phänomenen offen zu bleiben und nicht zu werten. Erst diese Offenheit gegenüber Memes und Social Media ermöglicht Dialog!
- Gelassenheit zeigen: Erinnern Sie sich an die Schnelllebigkeit des Internet. Was heute Trend ist, wird morgen langweilig sein.
- Gesprächsanlässe finden: Versuchen Sie mit Ihren Schüler:innen oder Ihren Kindern z- B. ein "Meme-Bombing". Lassen Sie sich aktuelle Memes schicken und erklären. Hier sind die Jungen Experten! Auch das darf sein!