Pollen - Klein, aber nicht immer fein

Blühende Wiese, wobei im vorderen Bereich des Bildes bereits ein Teil gemäht wurde
Bildquelle: Frühling / bilder.tibs.at/node/33490 / Anton Prock / CC BY-NC-SA 3.0 AT

Sie sind klein und sehr leicht, können aber - eine entsprechende Allergie vorausgesetzt - zu einem echten Problem für einige Menschen werden: Pollen. Sie sind aber auch sehr nützlich, setzen doch viele Bäume und Pflanzen bei der Sicherung ihrer weiteren Verbreitung auf sie. Und so treten sie zu bestimmten Zeiten zum Zweck der Pflanzenbestäubung vermehrt auf und werden damit in genau diesen Zeiten zum Problem von Allergikern.

Begriffsklärung

Auf Wikipedia findet man für den Begriff Pollen folgende Definition:

Der Pollen oder Blütenstaub ist die meist mehlartige Masse, die in den Antheren der Samenpflanzen gebildet wird. Er besteht aus den Pollenkörnern, den Mikrosporen. Sprachlich ist Pollen ein Sammelname; eine einzelne Mikrospore ist nicht ein Pollen, sondern ein Pollenkorn. (de.wikipedia.org/wiki/Pollen)

Pollenallergien

Die Pollen - durch den Wind verteilt - bleiben überall haften, auch beim Menschen. Dort können sie eine Immunreaktion auslösen, je nachdem wo der Kontakt erfolgt:

  • in den Augen bewirken sie meist einen sehr unangenehmen Juckreiz
  • in den Atemwegen können sie zu Atembeschwerden bis hin zu Asthma führen
  • in den Schleimhäuten (zumeist Gaumen) führen sie zu einem sehr unangenehmen Juckreiz und zu Schnupfen und Niesen (daher auch der Name Heuschnupfen)

Das einzig Tröstliche an einer Pollenallergie ist, dass es für die einzelnen Pollen gewisse Zeiten gibt, in denen sie in der Luft sind und somit das Leiden auf einen gewissen Zeitraum - in der Regel einige Wochen oder Monate - beschränkt bleibt. Es sei denn man reagiert auf mehrere Pollen allergisch.

Pollentagebuch und Allergietest

Um herauszufinden auf welche Pollen man allergisch reagiert muss man in der Regel nur darauf achten, welche Pollen gerade im Umlauf sind, wenn man unter den Symptomen einer Allergie leidet. Dabei kann unter anderem ein Pollentagebuch gute Dienste leisten. So ein Pollentagebuch kann man auch digital führen, etwa hier auf diesem Portal, das aus einer Idee von Uwe E. Berger MBA und Dr. Siegfried Jäger der Medizinischen Universität Wien hervorgegangen ist. Ein solches Pollentagebuch kann aber nur eine grobe Einschätzung geben und soll v.a. bei großen medizinischen Beschwerden natürlich nicht den Weg zum Arzt bzw. zur Ärztin ersetzen. Diese_r können nämlich mittels Allergietests genau herausfiltern auf welche Pollen (meist sind es sogar mehrere, allerdings in unterschiedlich starker Ausprägung) man allergisch reagiert.

Pollenwarnungen

Wenn man dann entweder durch eigene Beobachtungen, durch Auswertung eines Pollentagebuchs oder am Besten gleich durch einen Allergietest weiß, welche Pollen die entsprechenden Beschwerden auslösen, muss man im Prinzip nur mehr wissen, wann die entsprechende Pollenbelastung besonders hoch ist und dann im Bestenfall - wenn überhaupt möglich - den Kontakt mit ihnen vermeiden. Aber wie findet man heraus, wann eine spezifische Pollenbelastung besonders hoch ist? Da gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Wissen der entsprechenden Blütezeiten: Die Blütezeiten der einzelnen Gräser und Bäume sind in der Regel bekannt, weichen aber doch witterungsbedingt oft immer wieder leicht ab. Man hat also einen groben Anhaltspunkt, aber nicht mehr
  • Berichte von Pollenwarndiensten: Man liest die entsprechenden Berichte von Pollenwarndiensten (in Österreich zum Beispiel vom Österreichische Pollenwarndienst oder der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, für Europa kann man Links zu entsprechenden Berichten der europäischen Länder etwa auf der Website der Cooperative European Community of Health Science Providers finden) in Zeitungen, auf Websites und dergleichen oder hört sie in Radio oder Fernsehen. Man erhält somit je nach Medium eine tages- oder sogar stundengenaue Einschätzung der aktuellen Situation
  • Nutzung von entsprechenden Apps: Die im vorigen Punkt beschriebenen Berichte werden teilweise auch in Apps umgesetzt. In diesem Zusammenhang sei auf die App des Österreichischen Pollenwarndienstes hingewiesen, die für Android und iOS zur Verfügung steht.

Tipps für Allergiker

Was kann man jetzt machen, wenn man weiß, auf was man allergisch reagiert und diese Pollen gerade im Umlauf sind? Man kann sich Medikamente verschreiben lassen, welche die Symptome lindern. In besonders schweren Fällen kann man sich auch einer Allergietherapie unterziehen. Hier gibt es unterschiedliche Ansätze, die helfen können, aber nicht müssen. Oder man beachtet einige kleine Tipps um einigermaßen unbeschadet über die entsprechende Zeit zu kommen. Ein paar dieser Tipps seien hier exemplarisch angeführt:

  • Tageszeit beachten: zu Mittag ist die Pollenbelastung in der Regel am größten, am niedrigsten ist sie in Städten meistens morgens, am Land abends
  • Keine körperliche Belastungen im Freien: Man atmet ansonsten zu viele Pollen ein, was im Besten Fall zu leichten Atembeschwerden und im schlimmsten Fall zu Asthma führen kann
  • Regen nutzen: durch den Regen (min. 15 Minuten) sinkt die Pollenbelastung drastisch, da die Pollen aus der Luft ausgewaschen werden. Also nach dem Regen Sport betreiben oder Spazierengehen
  • Kleidung: Wechseln und waschen sie ihre Kleidung regelmäßig um sie von Pollen zu befreien. Eine Sonnenbrille schützt nicht nur vor Sonne, sondern hält auch einige Pollen davon ab in ihr Auge zu gelangen. Eine Kopfbedeckung sorgt dafür, dass sich keine Pollen in den Haaren verfangen.
  • Körperpflege: Sich waschen und Duschen entfernt Pollen vom Körper und sorgt dafür, dass man zumindest in den eigenen vier Wänden keiner Dauerbelastung ausgesetzt ist. Man sollte dabei auch nicht vergessen, die Haare zu waschen. Sonst legt man sich abends gemütlich ins Bett, verstreut die Pollen, die sich in den Haaren verfangen haben, auf dem Polster und atmet sie dann wieder ein oder hat sie wieder in den Augen.

Fazit

Wer an einer Pollenallergie leidet, weiß wie unangenehm diese Zeit sein kann, wenn sich so viele an den bunten Farben und der Tatsache, dass alles blüht erfreuen, während man selbst oft nur hofft, dass man den Tag einigermaßen unbeschadet übersteht und insgeheim auf Regen hofft. Aber zum Glück ist diese Zeitspanne begrenzt und wenn man ein paar Grundregeln einhält bzw. sich in einigen Fällen auch mit medizinischen Hilfsmitteln etwas Linderung verschafft, kommt man doch meist über diese Zeit und kann sich vielleicht sogar darüber freuen, dass die Natur so aufblüht.

 

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