DDr. Manfred Spitzer - Digitalisierung kritisch beäugt

RedakteurIn: Kerstin Kuba
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Der Konsum elektronischer Medien verändert nicht nur unsere Gesellschaft. Es verändert auch die Strukturen unseres Gehirns. Manfred Spitzer warnt deshalb oft und deutlich vor dem übertriebenen Gebrauch von Smartphone und Tablet.

Spitzer hielt im Oktober 2019 an der azw:academy einen restlos ausverkauften Vortrag zum Thema "Wie lernt das Gehirn und wie nicht". Er prognostiziert unserer Gesellschaft neue Zivilisationskrankheiten wie Online-Sucht und Digitale Demenz. Doch nicht nur Kritik prägt seine Erkenntnisse. Darüber hinaus können Lehrende seine Forschungserkenntnisse nutzen, um bestmöglich selbst zu lernen und lernen zu lassen. 

Hirnforscher Spitzer ist zweifelsohne der größte Kritiker eines übertriebenen Medieneinsatzes,. Der Psychiater, der mitunter auch einen extremen Forschungsansatz  vertritt, kritisiert vor allem die ewig gleiche Handbewegung auf der eigenschaftslosen Glasoberfläche eines Tablets. Das Wischen unterstützt die Entwicklung des Gehirns nicht annähernd so wie die Handschrift.

Wer  sein Kind in der Kindheit viel wischen lässt, muss sich nicht wundern, wenn die Karriere als Putzfachkraft endet.

DDr. Spitzer sieht die Handschrift als Grundlage für erfolgreiches Lernen an.  Das Schreiben per Hand ist ein notwendiges Motorik-Training und ermöglicht den Weg des Gelernten ins Gedächtnis. Die Digitalisierung darf also laut Lernexperten und Hirnforscher Spitzer die Handschrift nicht sterben lassen.

Für diese wissenschaftliche Erkenntnis bin ich sehr dankbar. Immerhin ist das Entziffern unleserlicher Worte zu einem nicht unwesentlichen Teil meiner Korrekturarbeit geworden. Das kleine N gleicht dem R, das A ist vom O nicht zu  unterscheiden. 

Noch mehr Erkenntnisse können Sie den beiden Vorträgen Spitzers entnehmen, die Sie im Anhang finden.

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Datum: Di. 26.11.2019