Social Media erst ab 14? Ohne Medienkompetenz greift das zu kurz

Florian -
Nahaufnahme eines Smartphone Bildschirms mit App Symbolen von Facebook, Instagram und YouTube. Über den Symbolen liegt ein rotes Verbotsschild mit einem durchgestrichenen weißen Vorhängeschloss als Zeichen für eine Zugangssperre oder Altersbeschränkung bei Social Media. Florian Wanner Canva AI

Die Bundesregierung plant eine Altersgrenze für Social Media. Diskutiert wird ein Mindestalter von 14 Jahren. Ein Gesetz soll bis Sommer 2026 vorliegen, ein Start mit dem Schuljahr 2026/27 ist vorgesehen. Details sind noch offen.

Warum Jugendliche geschützt werden sollen

Österreichische HBSC Daten zeigen, dass die intensive Nutzung von Smartphones und Social Media deutlich steigt. 38 Prozent der Schüler:innen nutzten 2021/22 ihr Smartphone mindestens fünf Stunden täglich. 2017/18 waren es 23 Prozent.

10 Prozent der Mädchen und 7 Prozent der Burschen zeigen starke Anzeichen problematischer Social Media Nutzung. Auch das WHO Regional Office for Europe berichtet über steigende problematische Nutzung in Europa. Genannt werden Zusammenhänge mit Schlafproblemen und geringerer Lebenszufriedenheit.

Ein Mindestalter soll hier entlasten. Es kann frühe Bekanntschaften mit problematischen Inhalten und suchtfördernden Mechanismen reduzieren.

Eine Altersgrenze reicht nicht

Technische Sperren lassen sich umgehen. Alterskontrollen werfen Datenschutzfragen auf. Der Digital Services Act verpflichtet Plattformen bereits zu besonderem Schutz von Minderjährigen. Leitlinien der Europäische Kommission konkretisieren diese Pflichten. Entscheidend ist daher mehr als ein Verbot. Plattformdesign, Transparenz und klare Regeln sind notwendig. Vor allem aber braucht es systematische Schulung von Medienkompetenz.

Jugendliche müssen lernen:

• wie Algorithmen Inhalte auswählen

• wie Desinformation funktioniert

• wie KI Inhalte erzeugt

• wie persönliche Daten genutzt werden

Medienbildung darf kein Randthema sein. Sie muss verbindlich und praxisnah im Unterricht verankert werden. Eine wichtige Rolle dabei übernimmt sicherlich das Fach Digitale Grundbildung. Der sinnvolle Umgang mit Socail Media und dem Einsatz von KI muss aber in allen Fächern thematisiert und gelehrt werden.

Ältere Menschen brauchen ebenso Schutz

Im Mittelpunkt für ältere Personen steht die digitale Teilhabe. Die Statistik Austria zeigt jedoch eine deutliche digitale Kluft. Viele Menschen über 75 nennen fehlende Kenntnisse als Hauptgrund für Nicht Nutzung.

Studien weisen darauf hin, dass ältere Gruppen in bestimmten Situationen anfälliger für Falschinformationen sind. KI verschärft das Problem. Betrugsformen wie Voice Cloning machen Täuschungen glaubwürdiger. Hier hilft Schulung. Auch für ältere Personen braucht es Angebote, die genutzt werden können, um Medienkompetenz zu schulen. Solche Angebote müssen flächendeckend, niederschwellig und dauerhaft finanziert sein.

Ein Mindestalter kann ein Signal setzen. Es löst die strukturellen Probleme nicht. Ohne umfassende Medienkompetenz bleibt jede Altersgrenze oberflächlich. Jugendliche müssen lernen, digitale Räume kritisch zu nutzen. Ältere Menschen müssen befähigt werden, sich sicher in digitalen Räumen zu bewegen.

Schutz entsteht nicht durch Ausschluss, sondern durch Bildung.

 

Datenschutzbehörde Österreich - Privacy4Kids

ORF News - Weitere Debatte über Mindestalter

ORF News - Regierung plant Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von ChatGPT 5.2 formuliert. 

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