„Medienkompetenz ist Überlebenskompetenz" – Nana Siebert bei den EDUdays 2026

Am 8. April 2026 hielt Nana Siebert, Mitglied der Chefredaktion des STANDARD und Initiatorin der „Initiative Zukunft Medienkompetenz", die Eröffnungskeynote der EDUdays 2026 in Krems. Titel: „Wir haben ein neues Mediensystem. KI, Fakes und die Rolle der Schule."
Ein Mediensystem, das sich grundlegend verändert hat
Siebert zeichnete in ihrer Keynote ein klares Bild davon, was sich in den letzten Jahren verändert hat. Es geht nicht mehr nur um Desinformation als isoliertes Problem, sondern um ein strukturell gewandeltes Mediensystem, in dem Plattformalgorithmen emotionale Reaktionen belohnen und KI das Produzieren und Verbreiten falscher Inhalte massiv beschleunigt. KI-generierte Bilder fungieren dabei als Klischeeverstärker und werden gezielt in politischer Kommunikation eingesetzt. Deepfakes von bekannten Persönlichkeiten, gefälschte Nachrichten rund um den Ukrainekrieg und den Nahostkonflikt sowie automatisiert produzierte Falschmeldungen sind in sozialen Medien längst Alltag.
Besonders deutlich machte Siebert das Ausmaß des Problems am Beispiel KI-gestützter Bildmanipulation. Sogenannte Nudifier-Apps, die aus Fotos realer Personen sexualisierte Bilder erzeugen, werden aktiv auf TikTok, Instagram und Facebook beworben. Digitale Gewalt, so Siebert, ist sehr real. KI skaliert sie.
Jugendliche im Informationssystem ohne Orientierung
Siebert stützte ihre Analyse auf aktuelle Zahlen. Laut einer OECD-Studie vom April 2025 prüfen nur 60 Prozent der Jugendlichen in Österreich die Herkunft von Informationen, deutlich unter dem internationalen Schnitt. Daten von Saferinternet/ISPA zeigen, dass 57 Prozent der Jugendlichen Falschmeldungen aktiv ignorieren, 53 Prozent empfinden das Überprüfen von Informationen als zu mühsam, und 50 Prozent halten es für normal, Inhalte ungefiltert weiterzuteilen. Verbote allein lösen das Problem nicht. Die Tools sind weiterhin zugänglich, die Algorithmen unverändert auf Empörung ausgerichtet.
Der pädagogische Schluss, den Siebert daraus zieht, ist klar:
Das System lässt sich nicht von außen abschalten. Was Schule leisten kann, ist zeigen, wie man sich darin bewegt.
Ein Moment, der im Audimax nachhallt
Der mit Abstand stärkste Moment der Keynote war kein Datenpunkt und kein Beispiel. Als Siebert über die Rolle von Lehrpersonen bei der Vermittlung von Medienkompetenz sprach, wurde sie sichtlich bewegt. Diese Emotionalität wirkte nicht aufgesetzt, sondern tief authentisch, und machte deutlich, warum ihr dieses Thema persönlich wichtig ist. Das voll besetzte Audimax in Krems war in diesem Moment spürbar still.
Medienkompetenz ist keine Zusatzaufgabe. Sie ist, wie Siebert es formulierte, Überlebenskompetenz.
HIER geht es zur Nachlese der Keynote bei den EDUdays 2026.
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI formuliert und redaktionell überarbeitet.