Lernspiele Vibe Coden: Unterrichtsmaterial mit KI erstellen

Florian -
Eine moderne digitale Illustration zeigt eine Person von hinten an einem Schreibtisch vor einem Laptop. Links öffnet sich eine farbenfrohe Spielwelt mit schwebenden Plattformen, Sternen, Münzen und einer Spielfigur im Jump-and-Run-Stil. Rechts ist eine futuristische Coding Umgebung mit leuchtenden Codefenstern, geometrischen Formen und digitalen Elementen in Blau und Violett zu sehen. Zwischen beiden Welten fließen leuchtende Lichtspuren und verbinden spielerisches Lernen mit kreativem Programmieren. Auf de Florian Wanner ChatGPT 5.5

Vibe Coding bezeichnet eine Praxis, bei der eine KI auf Basis natürlichsprachlicher Beschreibungen Programmcode erzeugt. Wer das Werkzeug nutzt, muss den Code nicht selbst verstehen. Es genügt zu beurteilen, ob das Ergebnis funktioniert. Bei Fehlern beschreibt man das Problem, die KI liefert eine Korrektur. Barbara Geyer, Professorin und Studiengangsleiterin an der FH Burgenland, beschreibt das Verfahren auf ihrem Blog anhand eines selbst gebauten Lernspiels zur Bloomschen Taxonomie. Die Qualität reiche nicht an die Arbeit professioneller Entwickler:innen heran, sei aber für Prototypen und didaktische Experimente brauchbar.

Sechs Spiele und sechs Anleitungen

Im vergangenen Sommersemester haben Masterstudierende des Studiengangs E-Learning und Wissensmanagement an der FH Burgenland eigene Lernspiele zum wissenschaftlichen Arbeiten entwickelt. Die Ergebnisse sind im Padlet „Lernspiele für wissenschaftliches Arbeiten" zugänglich. Sechs fertige Spiele liegen dort bereit. Publication Quest und AI Academy sind als Pixelart-Adventures umgesetzt, Submit Before Midnight und Siegel der Reproduzierbarkeit als Escape Rooms. Das Visual Abstract Lab arbeitet mit dem Avatar Prof. Dr. Editor. Schlussverkauf im Wissenssupermarkt führt mit einer Eule als Guide durch vier Wissensregale.

Neben den Spielen enthält das Padlet sechs Anleitungen in Form von Infografiken. Sie dokumentieren den jeweiligen Workflow, die Tool-Auswahl, die Stolperfallen und die Schritte zur Qualitätssicherung. Wer selbst ein Lernspiel bauen möchte, findet dort einen dokumentierten Einstieg.

Offene Lizenzen und technische Anbindung

Die Spiele liegen als SCORM-Pakete auf GitHub und lassen sich direkt in Moodle importieren. Der Code steht unter MIT-Lizenz, die Inhalte unter CC BY 4.0. Damit ist eine Nachnutzung in der eigenen Lehre erlaubt, sofern die Urheberschaft angegeben wird.

„Wer mit KI ein Lernspiel baut, lernt nicht das Programmieren. Was zählt, sind die Gedanken, die gedacht werden müssen, um überhaupt ein Spiel entstehen zu lassen." KI-Kompetenz entstehe im Bauen, Prüfen und Verwerfen.

Anschluss für die Schulpraxis

Für Lehrpersonen ergeben sich zwei Anschlussmöglichkeiten. Die fertigen Spiele lassen sich in Lehrveranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten einsetzen, etwa in der Sekundarstufe II oder an Hochschulen. Die Anleitungen können an Schüler:innen und Studierende weitergegeben werden, die ihre eigenen Lernspiele entwickeln möchten. Eine Studierende beschreibt das Endprodukt ihrer Gruppe in der Reflexion mit dem Wort „unser Werk" statt „meine Abgabe".

Welche didaktischen Effekte das Bauen eigener Lernspiele auf den Wissenserwerb hat, lässt sich auf Grundlage der Padlet-Informationen nicht abschließend beurteilen und wäre ein eigener Forschungsgegenstand. Aus dem Projekt wird jedoch klar, dass Lernende beim Bauen digitaler Lernumgebungen vom konsumierenden in einen produzierenden Modus wechseln können, und dass die technische Hürde dafür durch KI-gestützte Codegenerierung deutlich gesunken ist.

Link zum Padlet: https://padlet.com/innovative_lehre/lernspiele-fur-wissenschaftliches-arbeiten-oi8zni662ow0ww74

Link zum Blog von Barbara Geyer: https://barbarageyer.substack.com/p/furchtdidaktik-und-ki

 

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Claude formuliert und redaktionell überarbeitet.

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