Neue Elternfunktionen auf YouTube: Mehr Kontrolle für Familien

YouTube hat Anfang 2026 neue Funktionen vorgestellt, mit denen Eltern die Nutzung der Plattform durch Kinder und Jugendliche gezielter steuern können. Im Fokus stehen dabei der Kurzvideo-Bereich Shorts sowie verbesserte Kinder- und Jugendprofile. Ziel ist es, exzessive Nutzung einzudämmen und altersgerechte Inhalte stärker zu fördern. Ein Schritt, der sowohl für Familien als auch für Schulen relevant ist.
Zeitlimits für Shorts: Endloses Scrollen begrenzen
Kurzvideos wie YouTube Shorts gelten als besonders aufmerksamkeitsbindend. Neu ist ein täglicher Shortstimer, mit dem Eltern festlegen können, wie lange Kinder durch den Kurzvideofeed scrollen dürfen. Shorts lassen sich auch vollständig deaktivieren, indem das Zeitlimit auf 0 Minuten gesetzt wird. Zusätzlich können Pausenerinnerungen und Schlafenszeiten aktiviert werden. Diese Funktionen unterstützen eine strukturierte Mediennutzung und helfen, Bildschirmzeiten ohne dauernde Diskussionen einzuhalten.
Kinder- und Teenagerprofile übersichtlich verwalten
Mit einem neuen Familiencenter vereinfacht YouTube die Verwaltung betreuter Konten. Eltern können dort Kinder- und Jugendprofile anlegen, Altersstufen festlegen und Einstellungen zentral steuern. Für Kinder unter 13 Jahren stehen eingeschränkte Profile mit altersgefilterten Inhalten zur Verfügung, Jugendliche ab 13 nutzen sogenannte Teenkonten mit erweiterten, aber weiterhin geschützten Funktionen. Personalisierte Werbung ist in diesen Profilen deaktiviert. Die Profile lassen sich ähnlich wie bei Streamingdiensten wechseln, sodass unterschiedliche Altersgruppen innerhalb einer Familie passgenau begleitet werden können.
Qualitätsprinzipien für jugendgerechte Inhalte
Neben technischen Einstellungen arbeitet YouTube auch am Empfehlungssystem. Fünf neu definierte Qualitätsprinzipien sollen dafür sorgen, dass Jugendliche häufiger Inhalte sehen, die informieren, inspirieren oder das Wohlbefinden fördern. Bildungs- und Wissensformate werden damit stärker sichtbar, während problematische Inhalte seltener empfohlen werden. Diese Ausrichtung wurde gemeinsam mit pädagogischen und wissenschaftlichen Expert:innen entwickelt und soll langfristig zu einem gesünderen Medienumfeld beitragen.
Für Eltern bieten die neuen Funktionen eine wichtige Unterstützung, ersetzen aber keine aktive Medienerziehung. Gespräche über Sehgewohnheiten, gemeinsame Regeln und Vorbildwirkung bleiben zentral. Schulen können die Neuerungen als Anlass nutzen, Medienkompetenz, Selbstregulation und den Umgang mit Algorithmen im Unterricht zu thematisieren oder Eltern darüber zu informieren.
Die neuen Elternfunktionen auf YouTube stärken den Jugendschutz und erleichtern Familien den Umgang mit einer allgegenwärtigen Plattform. In Kombination mit pädagogischer Begleitung können sie dazu beitragen, YouTube bewusster, sicherer und lernförderlicher zu nutzen.
Weiterführende Links:
Artikel auf Medienzeit-Elternblog