Marktplatz Lernapps – zentraler Zugang zu digitalen Lern-Apps für Schulen

Florian -
Titelbild Florian Wanner Canva AI

Der Marktplatz Lernapps ist eine neue, bundesweite Initiative des österreichischen Bundesministeriums für Bildung (BMB), die Schulen der Sekundarstufe einen strukturierten und kosteneffizienten Zugang zu qualitätsgeprüften digitalen Lernapps ermöglicht.

Der Marktplatz soll Lehrpersonen und Schüler:innen dabei unterstützen, digitale Lernmittel gezielt im Unterricht einzusetzen. Er richtet sich an Sekundarstufe I und II und zielt darauf ab, digitalen Unterricht praxisnäher und schulautonomer zu gestalten.

Der Marktplatz Lernapps verfolgt das Ziel, Schulen den Einsatz digitaler Lernanwendungen deutlich zu erleichtern. Lehrpersonen erhalten einen einfachen und übersichtlichen Zugang zu Lernapps, die vorab geprüft wurden. Diese Apps unterstützen den Aufbau digitaler Kompetenzen und ermöglichen es, Lernprozesse stärker zu individualisieren,  etwa durch adaptive oder KI-gestützte Übungsformate. Gleichzeitig werden Schulen organisatorisch entlastet, da Auswahl, Bestellung und Verwaltung der Lizenzen zentral über eine Plattform erfolgen.

Damit eine Lernapp im Marktplatz angeboten werden kann, muss sie eine verpflichtende Qualitätsprüfung durchlaufen. Dabei wird überprüft, ob sie pädagogisch sinnvoll einsetzbar ist, technisch zuverlässig funktioniert und den geltenden Datenschutzbestimmungen entspricht. So wird sichergestellt, dass Schulen ausschließlich geprüfte und vertrauenswürdige Anwendungen nutzen.

Der Marktplatz Lernapps startet in einer Pilotphase im Sommersemester 2026. Die Anmeldung für Schulen ist von 26. Jänner bis 27. März 2026 möglich. Ab dem 23. Februar 2026 steht der App-Katalog zur Verfügung, und im Zeitraum von 23. Februar bis 27. März 2026 können die gewünschten Lernapps bestellt werden. Die erworbenen Semesterlizenzen sind anschließend von 1. März bis 31. August 2026 gültig.

Die Teilnahme am Pilotbetrieb ist freiwillig und offen für alle Schulen der Sekundarstufe mit gesetzlich geregelter Schulart, etwa Mittelschulen, AHS oder BMHS.

Die Schulleitung nimmt die Anmeldung für die Schule vor und kann über das Bildungsportal Lehrpersonen berechtigen, Bestellungen durchzuführen.

Jeder Schule steht ein Förderbetrag von 13 € pro Schüler:in zur Verfügung. Auf dieser Basis wird das Bestellkontingent berechnet. Entscheidungen über den Einsatz von Apps können schulautonom getroffen werden, also z. B. für einzelne Klassen oder Jahrgangsstufen.

 

Bestellprozess und Nutzung

Nach erfolgreicher Anmeldung erscheint ein digitaler Warenkorb, in dem aus dem App-Katalog ausgewählt werden kann. Bestellte Lizenzpakete werden innerhalb von fünf Werktagen bereitgestellt.

Lehrpersonen und Schüler:innen können die Apps 14 Tage testen und bei Bedarf stornieren. Klassenlizenzen enthalten zwei Lehrerlizenzen. Schullizenzen umfassen Lehrerlizenzen für das gesamte Kollegium.

Für die Schulen entstehen keine direkten Kosten. Die Abrechnung erfolgt zwischen OeAD und den Anbietenden.

 

Pädagogische Bedeutung

Der Marktplatz Lernapps trägt dazu bei, digitale Lehr- und Lernmittel systematisch in schulische Praxis zu integrieren. Durch den Fokus auf geprüfte Anwendungen wird ein Mindeststandard an pädagogischer und technischer Qualität sichergestellt. Zugleich unterstützt das Modell die schulische Autonomie. Schulen wählen selbst aus, welche Angebote ihren unterrichtlichen Zielen entsprechen.

Aus lern- und motivationstheoretischer Perspektive kann ein solcher Marktplatz helfen, kognitive Tools gezielt zu nutzen, um Lernprozesse zu unterstützen (z. B. adaptive Übungen, multimediale Inhalte), ohne Lehrpersonen zusätzliche, administrative Hürden aufzubürden.

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