24. Dezember 2025 - Stille Nacht, Heilige Nacht (eine Kindergeschichte)

Tiroler Bildungsservice - TiBS -
Titelbild

Die klirrende Kälte und die kleine Maus

 

Es war einmal vor langer, langer Zeit, im Jahr 1818. Das ist schon über 200 Jahre her! Stellt euch vor, es gab damals noch keine Autos, die brummten, keine elektrischen Lichter, die man einfach anknipsen konnte, und natürlich keine Handys oder Fernseher. Wenn es dunkel wurde, zündete man eine Kerze an. Wenn es kalt war, musste man Holz hacken und ein Feuer machen.

In dem kleinen Dorf Oberndorf bei Salzburg war es in diesem Winter besonders bitterkalt. Der Schnee lag so hoch, dass er fast bis zu den Fensterbrettern reichte. Der Fluss Salzach, der direkt am Dorf vorbeifloss, sah dunkel und eisig aus. Die Menschen zogen ihre dicken Mäntel eng um sich, aber trotzdem kroch die Kälte in jede Ritze. Viele Leute hatten Sorgenfalten auf der Stirn, denn sie waren arm und hatten oft nicht genug zu essen.

 

Aber einer kleinen Bewohnerin von Oberndorf war das alles egal. Das war eine kleine, graue Kirchenmaus. Nennen wir sie Mia. Mia hatte ein riesiges Problem: Sie hatte Hunger. Schrecklichen Hunger! Ihr kleiner Mäusebauch grummelte lauter als der Wind, der um die Ecken der alten St. Nikola Kirche pfiff.

"Brrr, ist das kalt!", dachte Mia und huschte schnell unter der großen, schweren Holztür der Kirche hindurch, als gerade der alte Messner hineinging. Drinnen war es zwar nicht richtig warm, aber wenigstens blies der eisige Wind nicht so. Mia schnupperte. Roch es hier nicht nach Weihrauch? Und... vielleicht nach etwas Essbarem?

Sie flitzte durch das große Kirchenschiff, vorbei an den hölzernen Bänken, ganz nach oben auf die Empore. Dort stand die riesige Orgel der Kirche. Sie war groß wie ein Schrank und hatte viele Pfeifen aus Metall, manche so klein wie ein Finger, manche so groß wie ein Baumstamm. Aber Mia interessierte sich nicht für Musik. Sie roch etwas anderes. Leder! Altes, weiches Leder.

Hinter der Orgel war der sogenannte "Blasebalg". Das müsst ihr euch vorstellen wie eine riesige Luftpumpe aus Leder. Wenn man auf die Tasten der Orgel drückt, pustet dieser Balg Luft in die Pfeifen, und so entstehen die Töne. Für Mia roch das Leder köstlich, denn es war mit Fett eingerieben, damit es geschmeidig blieb. "Besser als gar nichts!", dachte die hungrige Maus. Und knusper, knusper, knäuschen... fing sie an zu knabbern. Sie knabberte ein kleines Loch. Und dann ein größeres. Und noch ein größeres. Bis sie endlich satt war und sich in einer Ecke zusammenrollte, um zu schlafen.

 

Der Schreck am Morgen des Heiligen Abends

 

Am nächsten Morgen war der 24. Dezember. Heiliger Abend! Alle Menschen in Oberndorf freuten sich auf die Christmette, den feierlichen Gottesdienst mitten in der Nacht. Der Organist der Kirche hieß Franz Xaver Gruber. Er war eigentlich Lehrer im Nachbardorf, aber er liebte Musik über alles und spielte deshalb auch die Orgel in Oberndorf.

Franz Xaver stieg die steile Treppe zur Orgel hinauf. Er wollte noch einmal die Weihnachtslieder üben, damit am Abend alles perfekt klang. Er setzte sich auf die Bank, rückte seinen Mantel zurecht und drückte kräftig auf die Tasten. Er erwartete einen prächtigen, lauten Ton, der die ganze Kirche erfüllen würde.

Aber was passierte? Nichts! Oder besser gesagt: Ein leises, trauriges Pffft... zisch... Franz Xaver drückte fester. Er trat auf die Pedale. Pfffffft. Kein schöner Orgelklang. Nur heiße Luft, die irgendwo entwich, wie bei einem platten Fahrradreifen.

"Oh nein!", rief Franz Xaver entsetzt. "Die Orgel ist kaputt! Sie hat keine Puste mehr!" Er schaute hinter die Orgel und sah die Bescherung. Ein großes, ausgefranstes Loch im Blasebalg! 

Franz Xaver raufte sich die Haare. "Was sollen wir nur tun? Heute Abend ist Weihnachten! Die Kirche wird voll sein mit frierenden, traurigen Menschen. Wir können doch nicht ohne Musik feiern! Die Menschen brauchen doch die schönen Lieder, um ihre Sorgen für eine Weile zu vergessen."

 

Eine rettende Idee und ein Gedicht aus der Schublade

 

Genau in diesem Moment der Verzweiflung kam sein bester Freund in die Kirche. Das war der Hilfspriester Joseph Mohr. Joseph war ein junger Mann mit freundlichen Augen, der die Menschen sehr gern hatte. Er sah sofort, dass Franz Xaver ganz blass war.

"Was ist los, Franz?", fragte Joseph besorgt. "Die Orgel!", jammerte Franz Xaver. "Kein Ton kommt mehr raus! Wir haben keine Musik für heute Abend! Es wird eine stille, traurige Nacht werden."

Joseph Mohr überlegte kurz. Er wusste, wie wichtig Musik für die Herzen der Menschen war. Aber dann lächelte er verschmitzt. Er griff in die Tasche seiner schwarzen Tasche und holte ein gefaltetes Stück Papier heraus. Es war schon ein bisschen zerknittert, denn er hatte es schon vor zwei Jahren geschrieben, als er noch in einem Dorf in den Bergen wohnte.

"Weißt du, Franz", sagte Joseph ruhig, "ich habe da ein Gedicht. Es handelt von der Nacht, in der das Jesuskind geboren wurde. Von einer ganz stillen, heiligen Nacht. Vielleicht... vielleicht könntest du dazu eine Melodie schreiben? Eine ganz einfache, die man sich leicht merken kann? Wir brauchen keine riesige Orgel dazu. Wir können es mit meiner Gitarre begleiten!"

Franz Xaver stutzte. Eine Gitarre in der Kirche? Das war damals eigentlich streng verboten! Gitarren gehörten in die Wirtshäuser, wo getanzt und gelacht wurde, aber nicht in den heiligen Gottesdienst. Aber es war ein Notfall. Und Franz Xaver vertraute seinem Freund.

Er nahm das Gedicht und las die Zeilen: Stille Nacht! Heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht...

Die Worte waren so schön und friedlich, dass Franz Xaver sofort eine Melodie im Kopf hörte. Er eilte nach Hause in seine kleine Lehrerwohnung, setzte sich an sein Klavier und schrieb die Noten auf. Es dauerte gar nicht lange. Die Melodie war einfach, wie ein Wiegenlied, das eine Mutter ihrem Kind vorsingt.

 

Das Wunder in der Heiligen Nacht

 

Am Abend kamen die Menschen in die St. Nikola Kirche. Sie trugen ihre dicksten Kleider, aber ihre Nasen waren trotzdem rot vor Kälte. Sie erwarteten die donnernde Orgel, die sie jedes Jahr hörten.

Doch stattdessen traten Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber vor den Altar, ganz nah zu den Menschen an die Krippe. Joseph hatte seine Gitarre in der Hand. Es war ganz still in der Kirche. Man hörte nur den Wind draußen heulen und das leise Rauschen der Salzach. Die Menschen wunderten sich: "Wo bleibt die Orgel? Warum hat der Pfarrer eine Gitarre?"

Dann zupfte Joseph leise die Saiten. Pling, pling, pling... Und sie begannen zu singen. Joseph sang mit seiner hellen Tenor-Stimme, Franz Xaver brummte den tiefen Bass dazu. Und am Ende jeder Strophe sangen sie gemeinsam im Chor: Schlaf in himmlischer Ruh! Schlaf in himmlischer Ruh! 

Die Menschen in der Kirche lauschten ganz gespannt. So ein Lied hatten sie noch nie gehört. Es war nicht laut und prunkvoll wie die Orgel. Es war leise, zart und ging direkt ins Herz. Es war wie eine warme Decke für die Seele. Die Melodie wiegte sie sanft hin und her. Sie vergaßen die Kälte, den Hunger und die Sorgen um die Zukunft. Für einen Moment war die Welt heil und friedlich. In ihren Augen leuchtete ein Glanz, heller als die Kerzen am Christbaum.

Auch die kleine Maus Mia saß in ihrem Versteck hinter dem Altar, rieb sich die Pfötchen und dachte: "Na, das klingt doch viel schöner als das laute Gestampfe der Orgel. Da habe ich ja doch etwas Gutes getan!"

Und so wurde in dieser Nacht, weil eine Orgel kaputt war und zwei Freunde nicht aufgaben, das schönste Weihnachtslied der Welt geboren.

 

Info: Diese Kindergeschichte wurde mir Unterstützung von Google Gemini 3 erstellt. 

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