21. Dezember 2025 - Die Rückkehr des Lichts!

Tiroler Bildungsservice - TiBS -
Sonnenuntergang im Winter mit einer Winterlandschaft im Vordergrund fobizz Flux Bildgenerator

Der 21. Dezember ist auf der Nordhalbkugel bekannterweise nicht nur der kalendarische Winterbeginn, sondern auch der dunkelste Tag im Jahr. Die Sonnenstunden variieren je nach Region, aber allgemein gesprochen scheint in Tirol die Sonne an diesem Tag nur etwa acht Stunden lang. 

Doch warum ist das so? Kurz gesagt: Die Erde dreht sich innerhalb eines Jahres um die Sonne. Durch die Schiefstellung der Erdachse bekommen abwechselnd die Nord- und Südhalbkugel mehr Sonnenlicht ab. So entstehen die gegensätzlichen Jahreszeiten. Ist auf der Nordhalbkugel Winter, liegen die Menschen auf der Südhalbkugel am Strand und genießen die Sommersonne.

Wer sich für eine ausführliche Erklärung interessiert, sollte sich unbedingt das Video von Andreas Machalica auf wetter.com ansehen. 

Rituale rund um die Wintersonnenwende

Bei einer Nachtlänge von ungefähr sechszehn Stunden - in unseren Breitengraden - scheint es nicht sehr verwunderlich, dass sich in den meisten Kulturen auf der Nordhalbkugel Traditionen und Bräuche rund um das Thema "Licht" entwickelten. 

Sakandinavier

Den Norden trifft es in Sachen Dunkelheit am stärksten. Daher feierten die frühen Sakandinavier das Yule Fest. Dabei stellten die Männer des Hauses sogenannte Weihnachtsstämme (=große Baumstämme) auf, welche angezündet wurden. In den Tagen, bis dieser Stamm abgebrannt war, wurde geschlemmt und gefeiert. Dies konnte - je nach Größe - bis zu zwölf Tage dauern. Den alten Geschichten nach stand jeder Funke für ein Herdentier, welches im kommenden Jahr geboren wurde. 

Noch heute wird im Norden Europas - vor allem in Schweden - am 13. Dezember das Luciafest gefeiert. Dabei wird an die Märtyrerin gedacht, indem junge Mädchen weiße Kleider mit roten Bändern sowie einen Lichterkranz am Kopf tragen und dabei das Lucialied singen. 

Römer

Im alten Rom wurden gleich mehrere Feierlichkeiten begangen:

- Saturnalia zu Ehren des Gottes Saturn: Hier wurde die römische Gesellschaft sprichwörtlich auf den Kopf gestellt. Die "untere" Schicht wurde zu den Herrschern und umgekehrt. 

- Juvenalia: An diesem Tag wurden die Kinder Roms geehrt.

- Geburtstag von Mithra: Geschichten zufolge wurde der Lichtgott Mithra aus einem Felsen geboren. Angehörige der Oberschicht feierten diesen Tag laut Überlieferungen am 25. Dezember. 

Christen

Im christlichen Glauben wird kurz nach der Wintersonnenwende das Weihnachtsfest begangen. Grundsätzlich wird die Geburt Jesu mit allen bekannten, weniger bekannten und familieneigenen Traditionen gefeiert. Doch es gibt auch Theorien, dass dieses Datum aufgrund der Nähe zu diversen heidnischen Lichterfesten gewählt wurde, um den frühen Christen den Übertritt zum christlichen Glauben zu erleichtern. 

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Menschen in dieser dunklen Zeit schon immer nach Licht, Gemeinschaft und Beisammensein sehnten. Welches Fest nun auch immer begangen wird oder wurde: Eines haben alle Feierlichkeiten gemeinsam: Man freut sich auf die Wiederkehr des Lichts und darauf, dass die Tage von nun an wieder länger werden. 

 

Quellen: 
Wintersonnwendfeiern weltweit: https://www.history.de/heute-vor/detail/wintersonnwendfeier.html
Länderdaten: https://www.laenderdaten.info/Europa/Oesterreich/sonnenuntergang.php
wetter.com: https://at.wetter.com/videos/wetterlexikon/wintersonnenwende-warum-die-tage-kuerzer-sind-und-andere-wissenswerte-fakten/5c179aa1a5b4b96230046892

Redaktionsbereiche / Schlagworte:

Adventkalender-2025