20. Dezember 2025 - Frauentragen

Wer sich jetzt aufgrund der Überschrift wundert, was ein Bewerb der Highland Games in einem Adventkalender zu suchen hat und vor dem geistigen Auge schon Personen mit Frauen über den Schultern herumlaufen sieht, liegt falsch. Ganz falsch sogar, wobei ein kleiner Teil wäre doch richtig. Egal. Es handelt sich jedenfalls um einen Adventbrauch und den schauen wir uns jetzt etwas genauer an.
Beschreibung
Beim Frauentragen wird eine festlich geschmückte Marienstatue am Abend von einem Haus zu einem anderen Haus gebracht. Dort angekommen wird gemeinsam gebetet und dann klingt der Abend bei einem gemeinsamen Essen ohne Alkohol aus. Die Marienstatue verbleibt dann bei diesem Haus, bis sich der Ablauf am folgenden Abend wiederholt und die Marienstatue somit zum nächsten Haus gelangt. Das Ganze soll an die Herbergsuche erinnnern.
Herkunft und Verbreitung
Der Brauch ist für Österreich, Teile Bayerns und viel später dann auch für einige Gegenden des Rheinlands belegt. Der älteste schriftliche Nachweis des Brauchs für das Land Salzburg stammt etwa aus 1870. Allerdings gibt es Bildtafeln aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, die darauf schließen lassen, dass dieser Brauch damals schon bekannt gewesen sein dürfte. Die Erwähnung des Brauchs im Jahr 1870 geht übrigens darauf zurück, dass der Brauch 1870 von der katholischen Kirche (zumindest für das Land Salzburg) vorübergehend verboten wurde, da zu viel Unfug getrieben wurde.
Zeitraum
Der Zeitraum für diesen Brauch scheint regional unterschiedlich zu sein. Als Startdatum finden sich etwa der Beginn der Adventzeit, also der 1. Adventsonntag für den bayrischen Raum oder 9 Tage vor dem Heiligen Abend, also der 16. Dezember, aus dem oberösterreichischen Raum. Das Enddatum ist einheitlich und liegt mit dem 24.12. auch auf der Hand.
Andere Bezeichnungen
Das Frauentragen ist mancher Orts auch als Josephtragen oder Herbergsuche bekannt.