Barbaratag

RedakteurIn: Anna Zigala
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Gedicht von Josef Guggenmoos

Geh‘ in den Garten am Barbaratag.
Geh‘ zum kahlen Kirschbaum und sag‘:
Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit,
der Winter beginnt, der Frühling ist weit. 


Doch in drei Wochen da wird es gescheh’n,
wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön.
Baum, einen Zweig, gib du mir von dir,
ist er auch kahl, ich nehm‘ ihn mit mir.


Und er wird blühen in seliger Pracht,
mitten im Winter, in der heiligen Nacht.

Am 4. Dezember feiern viele Christen den Namenstag der Heiligen Barbara. Sie ist unter anderem die Schutzheilige der Bergleute, der Feuerwehr und noch vieler anderer Berufsgruppen. 


Dargestellt wird die Heilige Barbara meist mit einem Turm. Das liegt an der Legende, die sich um die Schutzpatronin rankt. 
Laut Überlieferungen soll Barbara Ende des 3. Jahrhunderts in Nikomedia (im heutigen Izmit in der Türkei) gelebt haben. 
Sie war die Tochter eines reichen Kaufmanns und eine schöne, intelligente Frau. Ihr Vater hatte große Angst um sie, da er oft auf Reisen gehen musste und sperrte seine Tochter in einem Turm ein. 
Barbara fand in dieser Zeit allerdings zum Christentum und zu Gott und ließ sich gegen den Willen ihres Vaters taufen. Dies verärgerte nicht nur ihn, sondern auch den damaligen römischen Kaiser. Dieser verurteilte Barbara und ließ sie ins Gefängnis werfen. Ihr Kleid verfing sich, auf dem Weg dorthin, an einem Kirschzweig, den sie in ihrer Zelle in ein Gefäß mit Wasser stellte. 
Trotz allem ließ sich Barbara nicht von ihrem Glauben abbringen und an dem Tag, als der Vater seine eigene Tochter mit einem Schwert töten ließ, erblühte der Kirschzweig in ihrer Gefängniszelle. 

 

Obwohl es sich hierbei, wie bei den meisten Legenden, um eine sehr brutale Geschichte handelt, hat sich die Tradition, am 4. Dezember einen Kirschzweig abzuschneiden und in die Wohnung zu holen, bis heute erhalten.

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Die Natur bereitet sich bereits im Herbst auf das erneute Erblühen im Frühjahr vor und somit braucht es nur ein bisschen Wasser und Wärme, um das Wunder geschehen zu lassen. 


Erblüht der Zweig zu Weihnachten, wird das als Glückssymbol für das kommende Jahr angesehen – und Glück brauchen wir alle, nach einem Jahr wie diesem, mehr denn je!

Also geht hinaus in eure Gärten, falls vorhanden, und bittet den Baum um einen Zweig!
Übrigens: Sollte kein Kirschbaum in der Nähe sein – es funktioniert auch mit anderen Obstbäumen oder Forsythien-Zweigen!


Nähere Informationen zur Heiligen Barbara:
https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/h/heilige-barbara
Nähere Informationen zu der Tradition der Barbarazweige:
https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/b/barbarazweige

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Datum: Fr. 04.12.2020