Steganographie oder wenn die Botschaft als solche nicht erkannt werden soll

RedakteurIn: Gerald Perfler
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Seit je her gab und gibt es ein Interesse dafür zu sorgen, dass Botschaften, die nicht für jeder Mann und jede Frau bestimmt sind, vor diesen zu verbergen. Neben der typischen Verschlüsselung - der Kryptographie - gibt es aber noch andere Möglichkeiten dies zu erreichen, wie etwa die Steganographie.

Begriffsklärung

Der Begriff Steganographie kommt aus dem griechischen und bedeutet "verdecktes Schreiben". Die Verschlüsselung einer Botschaft durch Steganographie erfolgt also, indem man versucht die zu übermittelnde Botschaft  so zu verstecken, dass sie für außenstehende Personen nicht mehr als solche erkennbar ist. Außenstehende sollen den Eindruck haben, dass der vorliegende Text bzw. das vorliegende Medium keine geheimen sondern nur belanglose Informationen enthält.

Anwendungsgebiete

Angewandt werden solche Verfahren oft, wenn man befürchten muss, dass Botschaften nicht in der gewünschten Form weitergeleitet werden, wenn klar wäre, dass es sich um verschlüsselte Botschaften handelt. Sie könnten dann entweder gar nicht weitergeleitet werden, wie bei klassischer Zensur, oder aber verändert werden. Wird der Text verändert, so weiß man zwar nichts über den eigentlich enthaltenen Inhalt, aber durch die Veränderung der Botschaft kann ihn auch der_die vorgesehene Empfänger_in nicht mehr herauslesen.

Beispiele für Steganographie in der Vergangenheit

  • Das Wachs einer Wachstafel wird entfernt und eine geheime Nachricht direkt auf das Holz der Wachstafel geschrieben. Darüber wird dann wieder das Wachs aufgetragen und die Nachricht somit verborgen.
  • Schreiben einer Nachricht mit unsichtbarer Tinte (etwa Zitronensäure)
  • Tätowieren einer Nachricht auf den kahlgeschorenen Kopf eines Sklaven. Nach dem Nachwachsen der Haare war die Nachricht dann verborgen.
  • Micropunkt: Eine Nachricht wird so weit verkleinert, dass sie nur mehr die Größe eines Punktes aufweist und somit überall versteckt werden kann.

Heutige Verfahren der Steganographie

Heute im Zeitalter des digitalen Informationsaustausches werden Nachrichten meist in eine harmlose Datei eingebettet. Für eine solche Einbettung eignen sich vor allem Bilddateien und Audiodateien. Wichtig ist dabei, dass die Nachricht in einer Datei versteckt wird, in der sich ausreichend zufällig erzeugte weitere Daten befinden, sodass nicht gleich erkennbar ist, wo sich die entsprechende Nachricht verbirgt. Man spricht in diesem Zusammenhang von "verrauschen". Je "verrauschter" ein Datenträger ist, desto schwieriger ist es, die eigentliche Nachricht aus dieser Fülle von zufälligen Daten herauszufiltern.

Fazit:

Im Idealfall sollte eine Nachricht nicht nur mittels Steganographie versteckt, sondern zusätzlich auch noch mit Kryptographie verschlüsselt und eventuell auch auf verschiedene Medien verteilt werden. Dann müsste jemand der die Nachricht entschlüsseln wollte, zuerst einmal alle Medien in seinen Besitz bringen, dann die relevanten Teile der Nachricht auf den jeweiligen Medien finden und zum Abschluss diese dann noch mittels des richtigen kryptographischen Schlüssels entziffern.

 

P.S.: Im Bild am Anfang ist eine geheime Botschaft versteckt. Die Lösung dazu finden sie hier.

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Datum: Di. 20.01.2015