Wetter und Ernteerfolg vorhersagen - Bauernregeln für den Frühling

Wiese, darüber bewölkter Himmel
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Wer will, kann wohl für nahezu jede Tag, in jedem Fall aber für jedes Monat Bauernregeln finden. Aber woher kommen diese und vor allem bringen sie überhaupt etwas? Das kommt oft darauf an, wen man fragt. Aber schauen wir uns das Ganze einmal etwas genauer an.

 

 

Herkunft und Beschreibung der Bauernregeln

Unter Bauernregeln versteht man ganz allgemein Volkssprüche zur Wettervorhersage, die teilweise gereimt sind, aber nicht unbedingt gereimt sein müssen. Solche Bauernregeln gibt es in vielen Kulturen. Sie basieren auf Beobachtungen von Zusammenhängen im Wetterverlauf und gehen oft weit zurück. Aufgebaut sind sie in der Regel so, dass einem Nebensatz mit den Bedingungen der Hauptsatz mit der Beschreibung des daraus resultierenden Wetters folgt. Also etwa "Ist der April schön und rein, wird der Mai um so wilder sein." 

Arten von Bauernregeln

Je nachdem welcher Art die Bedingung im Nebensatz ist, kann man die Bauernregeln in 4 verschiedene Klassen unterteilen:

  • Astrologische Sprüche: hängen ab von astrologischen Beobachtungen und reichen oft bis in die Antike zurück
  • Ernteweissagungen anhand des Wetters zu bestimmten Zeiten: anhand des Wetters zu bestimmten Zeiten (Lostage oder auch ganze Wochen oder Monate) wird der Ernteerfolg prophezeit; Weissagungen entstanden durch Beobachtungen; reichen oft weit zurück (im deutschsprachigen Raum kennt man sie ca. ab Mitte des 15. Jahrhunderts)
  • an atmosphärische Ereignisse geknüpfte Sprüche: beziehen sich etwa auf Winde, Gewitter,, etc. aber auch den Regenbogen; stammen aus der Antike oder entstanden durch Beobachtungen
  • an Erscheinungen aus der Tier- und Pflanzenwelt geknüpfte Sprüche: entstanden durch Beobachtungen; reichen oft weit zurück

Zuverlässigkeit

Aber wie zuverlässig sind nun solche Bauernregeln? Darüber gehen die Meinungen oft auseinander. Während die einen Bauernregeln blind vertrauen, sind sie für andere einfach nur Humbug. Wie auch immer man persönlich dazu stehen mag, statistische Überprüfungen seit dem Ende des 20. Jahrhunderts zeigten, dass sie doch mehrheitlich zutreffen. Allerdings muss man in diesem Zusammenhang immer beachten, dass die Bauernregeln teilweise aus einer Zeit vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders stammen. Will man also die Gültigkeit einer Bauernregel überprüfen, muss man unter Umständen noch entsprechende Berechnung vornehmen, die Bauernregel also in den richtigen Zeitraum verschieben.

Auswahl an Bauernregeln für den Frühling

Zum Abschluss noch eine kleine von mir willkürlich zusammengestellte Auswahl an Bauernregeln für den Frühling:

  • Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn.
  • Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick.
  • Blüht die Esche vor der Eiche, gibt es eine große Bleiche (= trockener Sommer), blüht die Eiche vor der Esche, gibt es eine große Wäsche (= verregneter Sommer).
  • Ist der April zu schön, kann im Mai der Schnee noch wehn.
  • Ist der April schön und rein, wird der Mai um so wilder sein.
  • Nasser April und windiger Mai bringen ein fruchtbar Jahr herbei.
  • Windet's am ersten Mai, dann das ganze Jahr.
  • Wenn's Wetter gut am ersten Mai, gibt es viel und gutes Heu.
  • Das Jahr fruchtbar sei, wenn’s viel donnert im Mai.
  • Ist der Mai recht heiß und trocken, kriegt der Bauer kleine Brocken.
  • Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun’ und Fass.
  • Die erste Liebe und der Mai, gehen selten ohne Frost vorbei.
  • Viel Nebel im Frühjahr, viel Gewitter im Sommer.
  • Wind im Mai verweht den Gram, der Juni wird danach stets warm.

 

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