Vor 100 Jahren: Als Beamte unkündbar wurden

Beamtenstand 1689
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"Am 25. Jänner 1914 wird das sogenannte "Dienstpragmatik"-Gesetz erlassen. "Damit erscheint eine Angelegenheit erledigt, die das Parlament seit 1907 fast unausgesetzt beschäftigte", schreibt die "Neue Freie Presse" zwei Tage später.

Das Gesetz verbietet den Beamten einerseits die Annahme von Geschenken. Bis dahin war diese für das Vornehmen amtlicher Tätigkeiten nicht nur geduldet, sondern sogar erlaubt. Andererseits wird das Beamtendienstverhältnis auf Lebensdauer eingeführt. Und durch die "Definitivstellung" nach einer gewissen Bewährungsfrist erlangt der Beamte schließlich einen Status, der einer Unkündbarkeit (bei groben Verfehlungen ist aber auch eine Entlassung möglich) entspricht. Das Ziel: "Im Idealfall konnte sich der Dienstgeber auf bestens ausgebildete, routinierte und für die gesicherte Anstellung inklusive Altersversorgung dankbare Beamtenschaft verlassen", schreibt dazu der Politologe Edgar Wojta in seiner Diplomarbeit. ..." (Quelle: Die Presse)

Tja, die Zeiten sind vorbei. Ich gehöre noch zu den wenigen Pivilegierten, doch meine jüngeren KollegInnen werden sich durch Dienstverräge schleppen müssen und wenn dann die vielgerühmte Schulautonomie unseren SchulleiterInnen das Recht verleiht anzustellen, Dienstverträge zu verlängern oder zu kündigen, dann werden wir ja sehen, wie großartig die schöne neue liberalisierte Schulumwelt funktioniert.  Das Feindbild LehrerIn wird aber trotzdem weiterleben, mit oder ohne privilegiertem Beamtenstatus. Und wenn es dann in Österreich keine mehr gibt, dann kann man immer noch über die EU-Beamten herziehen.

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