Verschärfte Internetzensur ab 22. August in der Türkei

Zensur - Collage (Wikimedia Commons)
Bildquelle: Wikimedia Commons / http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Example_of_photo_collage_against_censorship.jpg; Urheber tomas castelazo

Sie versuchen es immer wieder, die Mächtigen und um ihre Macht Ängstlichen. In den USA hört man nur BEEP, wenn das F-Wort fällt und dafür erfindet man das Kunstwort FRACK. Bei uns diskutiert man regelmäßig über das Verbot von Online-Shootern und selbstverständlich haben wir Filter auf Schulservern. Wir sind also ebenso an Zensur gewöhnt. Oft zensieren wir uns freiwillig selbst - doch das entspringt unserer persönlichen Entscheidung. Sich aber von einer staatlichen Telekommunikationsbehörde zensieren zu lassen - und das landesweit - gar noch mit einem verpflichtenden USERNAMEN, das geht dann wohl doch zu weit. Ich möchte mir selbst nicht vorschreiben lassen, was ich zu sehen habe und was nicht.

Andererseits sollte der erhobene Zeigefinger der Ach-so-liberalen-Westler doch nicht so hoch zeigen. Ich kann mich noch an Zeiten vor 20 Jahren erinnern, da durften Filme von Achternbusch nicht gezeigt werden, da wurde es verboten Felix Mitterer-Stücke aufzuführen und vor nicht allzu langer Zeit wollte man das "Herz Jesu" in der Landesverfassung unterbringen (siehe Ungarn). Unsere Freihet ist noch nicht so alt um sich "das Maul zu zerreißen" über andere.

"In Sachen Netzsperren zum Schutz der Surfer sind die Behörden in der Türkei einen Schritt weiter als hierzulande. Dort soll ab dem 22. August auf Weisung der Regulierungsbehörde BTK die Nutzung von Internetfiltern verpflichtend werden.

Gegen diese Bestimmung gingen am Sonntag Tausende Demonstranten auf die Straße. In Istanbul, aber auch in anderen großen Städten wandten sich die Demonstranten gegen die Vorschrift, künftig nur mit einem von vier vorgeschriebenen Filtern online gehen zu dürfen. Je nach eingestellter Kategorie (Standard, Familie, Kinder oder Haushalt) werden bestimmte Web-Seiten, zum Beispiel solche mit pornografischen Inhalten, blockiert.

Jeder Surfer muss sich mit einem persönlichen Kennwort und Usernamen online anmelden. "Für Familien, die ihre Kinder schützen wollen, gibt es schon jetzt eine Menge Filterangebote, die kostenfrei angeboten werden", zitiert "Hürriyet" einen Demonstranten. "Deshalb bin ich gegen diese Zwangsanwendung. Wir wollen keine Filtersysteme, die die Leute rund um die Uhr überwachen." Während sich Demonstranten in einer Reihe von Städten ungehindert äußern durften, verhinderte die Polizei eine Demonstration in Antalya. ..." (Quelle: www.spiegel.de)

PS: Apple zensuriert seit geraumer Zeit Inhalte von Printmedien - siehe LINK von heise.de oder SPIEGEL. Da lässt man sich es gefallen.

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