Serbien im Ersten Weltkrieg

Historische Karte Balkan 1914
Bildquelle: Wikimedia Commons

"Nach der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. 7. 1914 stießen die mit einem schnellen Sieg rechnenden k.u.k. Truppen bereits im August in das von den Balkankriegen vermeintlich geschwächte Serbien vor. Die besser ausgerüsteten und kampferprobten Serben konnten aber 1914 zwei Offensiven der Donaumonarchie abwehren. Erst im Oktober 1915 wurde Serbien nach einem koordinierten Großangriff deutscher, österreichisch-ungarischer und bulgarischer Truppen besetzt und in drei Besatzungszonen aufgeteilt.

Die Rückeroberung der Gebiete gelang den Alliierten erst Ende des Krieges, so dass Belgrad am 1. 11. 1918, zwei Tage vor Unterzeichnung des Waffenstillstandes, von reorganisierten serbischen Truppen befreit werden konnte.

Von den 600.000 ins Feld gerückten serbischen Soldaten geriet ein Drittel in Gefangenschaft, 120.000 Mann starben. Dazu kam eine Unzahl ziviler Opfer, die oft nur notdürftig begraben wurden. Serbien hatte mit 1,1 Millionen Kriegstoten, gemessen an seiner Einwohnerzahl, unter allen Kriegsteilnehmern die höchsten Verluste zu beklagen.

Auch abseits der Front entwickelte sich ein für diesen Kriegsschauplatz typischer Alltag des Krieges. Dazu gehörten zerstörte und unwegsame Infrastrukturen ebenso wie Kriegsgefangene und Exekutionen. (Quelle: oesta.gv.at)

"... Für das durch die Balkankriege entkräftete Serbien wurde der Krieg mit Wien zu einer Katastrophe, die enorme menschliche und materielle Verluste verursachte. Das finanziell erschöpfte Serbien versank nach den ersten Siegen in die größte Not. Schon im ersten Kriegsjahr kamen 163.557 Soldaten und 69.000 Zivilisten ums Leben, fast 600.000 Menschen wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Dazu brach im Winter 1915 eine Typhusepidemie aus, der nochmals mindestens 100.000 Menschen zum Opfer fielen. Um weitere verheerende Offensiven der österreichisch-ungarischen Armee zu umgehen, zogen sich die serbische Soldaten am 26. November 1915, zusammen mit dem König Peter, Regierungsmitgliedern und vielen Zivilisten vom Amselfeld über die montenegrinischen und nordalbanischen Berge an die Adriaküste zurück. ..." (Quelle: www.uni-regensburg.de)

"...Auffallend ist zunächst: Die schriftlichen Spuren der Gewaltakte, die sich in den deutschen und österreichischen Militärarchiven finden, sind verstreut und relativ dürftig. Die Militärführung, die das brutale Vorgehen auch gegen die eigene Zivilbevölkerung anleitete und unterstützte, versuchte zu verhindern, dass die Gewalttaten einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurden. Unterstützt wurde sie in diesem Punkt von konservativen und reaktionären politischen Bewegungen der Nachkriegszeit, die die Aufklärungsarbeit hintertrieben und boykottierten. ..." (Quelle: einestages.spiegel.de)
 

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