Netzneutralität? Wie steht's nun damit in Europa?

Symbol Netzneutralität
Bildquelle: Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Netzneutralit%C3%A4t_symbol.png?; Urheber: Camilo Sanchez; public domain; 5.7.2015; Dieter Draxl

"Netzneutralität bedeutet grundsätzlich die gleichberechtigte (neutrale) Übertragung von Daten im Internet. Diese Neutralität kann jedoch auf unterschiedlichen Ebenen realisiert werden.

Eine völlige Neutralität würde bedeuten, dass alle Daten in jeder Hinsicht gleich behandelt werden. In solch einem „egalitären Netz“ werden keine Dienste unterschieden oder sonstige Kriterien berücksichtigt, wie Plattform, Sender oder Empfänger o. ä.

Eine weitere, weniger strenge Auslegung des Begriffs der Netzneutralität setzt nur voraus, dass gleiche Dienste gleich behandelt werden. Sie würde zulassen, dass der Datenverkehr in verschiedene Kategorien unterteilt wird (z. B. Telefonate, Webseiten oder Dateiübertragung). Unterschiedliche Dienste stellen auch unterschiedliche Anforderungen an die Übertragungsgüte (Quality of Service): Telefonate beispielsweise benötigen nur eine geringe Datenrate, die Paketlaufzeit sollte aber möglichst kurz sein. Datei- oder Videoübertragungen benötigen dagegen eine hohe Datenrate, die Verzögerung kann jedoch hoch sein. Zwischen diesen Kategorien könnte dann eine Priorisierung bei der Übertragung stattfinden, zum Beispiel indem interaktive Dienste, die eine niedrige Verzögerung benötigen, bevorzugt übertragen werden. Innerhalb einer Kategorie müssten aber wiederum alle Daten gleich behandelt werden. Tarife mit einer Begrenzung des Datenvolumens können mit der Netzneutralität vereinbar sein, wenn die Begrenzung für alle Dienste gleichermaßen gilt. ..." (Quelle: Wikipedia; 5.7.2015)

"...Nach einer zwölfstündigen Sitzung hatten sich der Trilog, das heißt Vertreter von EU-Kommission, Ministerrat und EU-Parlament, am Dienstagmorgen auf ein gemeinsames Telekommunikationspaket geeinigt: Ab Mitte 2016 sollen die Roaming-Gebühren für Urlauber stark gesenkt werden, im Gegenzug dürfen Internetprovider aber Überholspuren im Netz bauen, um besondere Dienste anbieten zu können. ... 

...In dem nun vorgestellten Papier garantieren die EU-Institutionen eine Gleichbehandlung von Diensten, öffnen aber den Providern einen gewissen Spielraum für Ausnahmen. Die genauen Bestimmungen müssen aber erst noch ausformuliert werden, sagte die Europaabgeordnete Petra Kammerevert im Gespräch mit ZEIT ONLINE – und das könne bis September dauern. Erst danach wird im Plenum des Parlaments über den Entwurf der neuen Verordnung abgestimmt. Deshalb ist das, was heute veröffentlicht wurde, noch kein vorweggenommener Nachruf auf das Internet, wie wir es kennen. ...( Quelle: www.zeit.de; 5.7.2015)

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