Mädelschaften in Österreich

Bildquelle: Von J. Doyle Penrose - http://www.timelessmyths.com/norse/thor.html (direct link: http://www.timelessmyths.com/norse/gallery/idun2.jpg), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=623201

Sie nennen sich Iduna, Freya, Sigrid oder Edda zu Wien und sind ausschließlich eine Angelegenheit für Frauen - die Mädelschaften. Die völkischen Damenverbindungen kennen keine rituellen Fechtkämpfe und werden doch mancherorts argwöhnisch beobachtet. Gemeinsam mit den Burschenschaften haben sie das Lebensbundprinzip und hierarchische Strukturen.

Aktuell existieren in Österreich ca. 30 Damenverbindungen: die bekannteste dürfte die Vereinigung Iduna zu Linz sein, da die Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller dort als Vize-Obfrau agiert. Außerdem ist die FPÖ-Politikerin Mitglied bei der pennalen Mädelschaft Sigrid zu Wien.

Iduna ist eine nordische Gottheit, die für Jugend und Unsterblichkeit steht und Gemahlin des göttlichen Sängers Bragi. Sie bewacht den Apfelbaum mit den Früchten der Unsterblichkeit.

Die nach ihr benannte coleurstudentische Damenverbindung hat den Wahlspruch "Einig, treu und wahr!"  sowie die Farben Gold, Silber und Kornblumenblau gewählt. Brauchtumspflege, das Singen von Volks-, Wander- und Studentenliedern sowie das Bewahren des kulturellen Erbes  sind der Mädelschaft ein besonderes Anliegen. Außerdem werden Feste wie die Sommersonnenwende, das Julfest und Erntedank gemeinsam hochgehalten (Quelle: Homepage).

Weitere Wahlsprüche von Damenverbindungen:

Edel sei die Frau, hilfreich und gut. (Pennale Mädelschaft Sigrid in Anlehnung an Goethe)

Burgenland und Nächstenliebe! (Walcueria Güssing)

Gedenke, dass du eine deutsche Frau bist! (Verein Grazer Hochschülerinnen)

Besonders diese Wahlsprüche zeigen, dass die bedingungslose Liebe zum Vaterland auch ein einendes Element von Mädel- und Burschenschaften sind.

Während jedoch die Burschenschaften auf eine bereits jahrzehntelange Tradition zurückblicken, gibt es unter den Damenverbindungen einige Neugründungen. Die Elisabethina mit Gründungsjahr 1991 ist eine christliche, österreichische Studentinnenverbindung, die ihre Bude (=Verbindungsräumlichkeiten) in der Hoyosgasse in Wien hat und sich den vier Prinzipien Christentum, Österreichbewusstsein, Bildung und Freundschaft verschrieben hat.

Die ehemalige FPÖ-Politikerin Barbara Rosenkranz, die sich selbst als nation- alkonservativ bezeichnet, ist Mitglied bei der sudetendeutschen, akademischen Damengilde Edda, die am 10. Juni 2000 gegründet wurde. Der Name Edda bezieht sich auf eine Sammlung von Liedern in altnordischer Sprache - in der sich auch die älteste Fassung der Nibelungensaga befindet. Wahlspruch ist hier das auch bei einigen Burschenschaften beliebte Ehre, Treue, Vaterland mit dem Zusatz tue recht und scheue niemand. Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin trägt als Mitglied ein schwarz-rot-schwarzes Weinband. Mehr Informationen oder eine Website sind im Netz zu Edda jedoch schwerlich zu finden. 

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Von J. Doyle Penrose - http://www.timelessmyths.com/norse/thor.html (direct link: http://www.timelessmyths.com/norse/gallery/idun2.jpg), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=623201

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