Historisch-politische Bildung: Informationen und Empfehlungen für die Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust sowie Diskriminierung und Rechtsextremismus in der Gegenwart

Todesstiege - Mauthausen
Bildquelle: bilderpool.at/Dieter Draxl

"Der Internationale Holocaust-Gedenktag am 27. Jänner und der österreichische Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 5. Mai erinnern an die nationalsozialistischen Verbrechen. Im Sinne einer lebendigen Erinnerungskultur sind alle gesellschaftlichen Gruppen aufgefordert, diese Tage würdevoll zu begehen.

Bewusstseinsbildung und verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus, antidemokratischen und menschenverachtenden Extremismen und Bedrohungen durch Rassismen und Gewalt in der Gegenwart können auf vielfältige Weise stattfinden. Zur Bewältigung dieser herausfordernden Aufgabe gibt es eine Reihe an Möglichkeiten sowie umfangreiches Lehr- und Lernmaterial: 

www.erinnern.at - Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart

Vermittlungsprojekt des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur für Lehrende an österreichischen Schulen. Die Intensivierung und Strukturierung der Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust im Bildungswesen ist vorrangiges Ziel von _erinnern.at_. Lernprozesse historischen Wissens als Grundlage für Geschichtsbilder und Erinnerungskulturen sollen reflektiert werden. Lehrende und Lernende sollen sowohl Kenntnisse erwerben als auch ethisch sensibilisiert werden. www.erinnern.at stellt vielseitige Informationen (u.a. Seminare, Termine, etc.), Kontakte und Angebote bereit:

Dezentrale Netzwerke der Bundesländer: Die dezentralen Netzwerke in den einzelnen Bundesländer vernetzen, wie der Name schon sagt, Institutionen, Einzelpersonen, Projektgruppen und Schulen sowie die Öffentlichkeit, die zum Themenkomplex Nationalsozialismus, Holocaust und Widerstand arbeiten und sich engagieren. Angebote dieser Gruppen und Institutionen werden aufgezeigt.

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen: _erinnern.at_ stellt über das ZeitzeugInnen-Seminar den Kontakt zu ZeitzeugInnen verschiedener Opfergruppen her. An Schulen berichten sie über das Erlebte und tragen damit im Unterricht zur Vertiefung der zeitgeschichtlichen Inhalte bei. Eine gute inhaltliche Vor- und Nachbereitung im Unterricht wird empfohlen. Didaktisch-methodische Anregungen dafür finden sich in der e-Bibliothek.

Gedenktage: Nicht nur das sie an geschichtliche Ereignisse erinnern, Gedenktage sind auch Teil einer reflektierten Geschichtspolitik, die Vergangenheit und Gegenwart in Bezug zueinander setzen.  Neben Informationen zu Holocaustgedenktagen werden pädagogische Tipps zur Gestaltung von Gedenktagen bereitgestellt.

Im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung haben alle Schulpartner die Möglichkeit eigene Projekte rund um Gedenktage (27. April, 5. Mai, 8. Mai) zu präsentieren bzw. Veranstaltungen von Bildungseinrichtungen und -initiativen zu besuchen. Die österreichweite Kampagne findet jährlich zwischen 23. April und 9. Mai statt. (www.aktionstage.politische-bildung.at) Anregungen und Materialien, wie man Gedenktage begehen kann, finden sich unter Ideen für Veranstaltungen.

Gedenkstätten/Gedächtnisorte: Überblick und Informationen bietet der Katalog der Gedenkstätten in Österreich sowie eine Übersicht internationaler Gedenkstätten. In allen Bundesländern eröffnen Gedenkorte die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit nationalsozialistischen Verbrechen und dem Leiden und Sterben sehr vieler Menschen. Um das an diesen Orten Geschehene abseits von Betroffenheit fass- und verstehbar zu machen, bietet _erinnern.at_ zahlreiche didaktische und methodische Leitfäden und Materialien zur Vor- und Nachbereitung eines Gedenkstättenbesuches an. Die Gedenkstätte des ehemaligen KZ Mauthausen bietet kostenlose Führungen für Schulklassen durch die Gedenkstätte und die neu gestaltete Ausstellung an. Das neue pädagogische Konzept möchte BesucherInnen anregen, über Verbindungen zwischen historischen Informationen und eigenen Vorstellungen sowie Lebensrealitäten nachzudenken (www.mauthausen-memorial.at)

Lehr- und Lernmaterial: Unterrichtsmaterialien zur Förderung der Erinnerungskultur, wie die DVD/Website „Neue Heimat Israel“ mit Lebensgeschichten vom NS-Regime Verfolgter oder Materialien zum Völkermord an europäischen Roma und Sinti, werden stetig von _erinnern.at_ im engen Kontakt mit in Forschung und Unterrichtspraxis Tätigen entwickelt.
Zum aktuellen gesellschaftspolitischen Thema Rassismus und Antisemitismus ist zum Beispiel das Arbeitsmaterial „Ein Mensch ist ein Mensch – Rassismus, Antisemitismus und sonst noch was…“ in Zusammenarbeit mit Jugendlichen entstanden.

Eigens für Berufsschulen konzipiertes Unterrichtsmaterial und Wanderausstellungen können bezogen werden. Zusätzliches Lehrmaterial zum Themenkomplex stellt die Serviceeinrichtung Zentrum polis – Politik Lernen in der Schule zur Verfügung (www.politik-lernen.at -  Praxisbörse)

Seminare/Tagungen/Lehrgänge: Das jährlich stattfindende ZeitzeugInnen-Seminar – Generationen im Gespräch ermöglicht die Begegnung zwischen Zeitzeugen und Zeitzeuginnen und Lehrenden gemeinsam mit WissenschaftlerInnen. Beim jährlichen Zentralen Seminar treffen VertreterInnen der relevanten wissenschaftlichen Fachgebiete (Geschichtsforschung, Literaturwissenschaft, Soziologie etc.) mit PädagogInnen, DidaktikerInnen, SchulbuchautorInnen etc. zusammen, um die Einbettung des Themas „Nationalsozialismus und Holocaust“ in das österreichische Bildungswesen zu diskutieren und zu reflektieren. Gegenwartsbezüge und Grenzen der Vermittlung werden ausgelotet. Zweimal jährlich organisiert das BMUKK gemeinsam mit _erinnern.at_ und der International School for Holocaust Studies in Yad Vashem Lehrkräftefortbildungen in Israel. Die gemachten Erfahrungen und das Erlernte sollen die TeilnehmerInnen als MultiplikatorInnen in ihrer Arbeit und darüber hinaus praktisch anwenden und weitertragen.
Termine: Siehe www.erinnern.at

Das jährlich stattfindende Hermann Langbein-Symposium: Ideologie und Wirklichkeit des Nationalsozialismus ist ein weiteres Modul in der Fortbildung zum Thema „NS-Zeit in Österreich“. Umfassendes Wissen und Informationen für die antifaschistische Aufklärungsarbeit für Lehrkräfte aller Schultypen werden angeboten. Die Nähe des Seminarorts zu den Gedenkstätten Mauthausen und Hartheim ermöglicht im Rahmen von Exkursionen die Einbeziehung dieser Gedenkorte und ihrer Vermittlungsangebote. Die Internationale Sommerakademie der PH Wien und AK Wien in Kooperation mit dem
Internationalen Zentrum für Bildung über Ausschwitz und den Holocaust richtet sich an Lehrkräfte, die sich bei dieser Studienfahrt intensiv mit Themen rund um das KZ-Ausschwitz-Birkenau auseinandersetzen. Sonderführungen durch die Gedenkstätte, Workshops und Gespräche mit ZeitzeugInnen sind Teil des Programms (www.langbeinsymposium.at) (Quelle: Mag. Manfred Wirtitsch, bm:ukk)

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