Eine kurze Geschichte der Zeit

Eine kurze Geschichte der Zeit
Bildquelle: Anita Eller

Das populärwissenschaftliche Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“ (im englischen Originaltitel „A Brief History of Time“) wurde im Jahre 1988 vom britischen Physiker Stephen William Hawking veröffentlicht. Der Autor versucht darin, Fragen zum Ursprung des Universums zu durchleuchten. Denn wenn das Universum mit dem Urknall einen Anfang hatte, was war denn vor diesem Zeitpunkt?

Nach der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein hat die Raumzeit mit der Singularität des Urknalls (engl. „Big Bang“) begonnen und endet entweder im großen Endkollaps beim Wiederzusammensturz des Gesamt-Universums oder in einer Singularität beim Zusammensturz einer Region im Universum, etwa beim Kollaps eines Sterns. Ein kollapierter Stern verschwindet, so Hawking,  im Inneren eines Schwarzen Loches, da in einem Schwarzen Loch die Gravitation äußerst hoch und Masse so stark verdichtet ist, dass nichts mehr nach außen dringen kann.

Der Physiker befasst sich auch mit den theologischen Aspekten des Themas: Warum hat Gott den Anfang des Universums in einer für Hawking so unverständlichen Weise erschaffen, während die Entwicklung, die dem „Big Bang“ folgt, von Gesetzen regiert werde, die verständlicher seien? Denn die Geschichte der Wissenschaft sei von der Erkenntnis geprägt, dass Ereignisse nicht auf willkürliche Weise in der Raumzeit auftreten, sondern bestimmten Ordnungsprinzipien, den Naturgesetzen, folgen, die göttlichen Ursprung haben können oder auch nicht.

Hawking bezeichnet das Anwachsen von Unordnung oder Entropie mit der Zeit als „Zeitpfeil“, als etwas, das die Vergangenheit von der Zukunft unterscheidet, indem es der Zeit eine Richtung gibt. Dabei stellt er Fragen wie: Warum können wir uns an Vergangenes erinnern, nicht aber an Zukünftiges? Als psychologischen Zeitpfeil sieht er dabei die Richtung, in der nach dem Gefühl eines Menschen die Zeit fortschreitet. Daneben definiert er einen thermodynamischen Zeitpfeil als Richtung der zunehmenden Entropie und einen kosmologischen Zeitpfeil als Richtung der Zeit, in der sich das Universum ausdehnt und nicht zusammenzieht.

Das Buch wurde in etwa 40 Sprachen übersetzt und stand in den 1980er Jahren lange Zeit auf verschiedenen Bestsellerlisten.

Quellen:

Weiterführende Links:

Bildquelle: 
Anita Eller

Suchen