die Presse - Dossier: Ausgebeutet mit System - Wiens neue Sklaven

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"Seit den Reportagen des britischen "Guardian" steht das kleine Emirat Katar in der westlichen Welt am Pranger. Ausländische Arbeiter, die die Stadien für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 errichten, sollen dort wie Sklaven ausgebeutet werden. Ohne Rechte, für geringen Lohn und unter lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen. Ein Glück, dass Katar weit weg ist.

Geografisch zumindest. Denn die sozialen Missstände des stolzen Wüstenstaats findet man auch mitten in Österreichs Hauptstadt. Wer hinschaut und nachfragt, stößt auf eine unbarmherzige Maschinerie der Geiz-Ist-Geil-Gesellschaft. Häuslbauer, die es möglichst billig wollen. Baukonzerne, die Arbeiten von dubiosen Sub-Sub-Subunternehmen ausführen lassen. In Scharen wandern momentan arbeitswillige Männer und Frauen aus den ärmsten Regionen Osteuropas in den Westen. Wie viele es sind, das weiß niemand ganz genau. Allein in Wien müssen es jedoch Hunderte, vielleicht auch mehr sein.

Hier schlagen sich die einen auf eigene Faust am sogenannten Arbeiterstrich durch. Andere landen in den Fängen von Netzwerken, die ihnen Arbeit versprechen, legale Beschäftigungen vortäuschen, sie ausnutzen, unter Druck setzen und schließlich eiskalt fallen lassen. Nicht selten wird der vereinbarte Lohn nie ausbezahlt. Als die Polizei im Herbst den Stadtpark von campierenden Obdachlosen räumte, wusste die Öffentlichkeit nicht, dass sich einige von ihnen als Schwarzarbeiter verdingten, bei denen der Lohn nicht fürs Leben reicht. Wohnadresse trotz Beschäftigung: Das Obdachlosenasyl. ..." (Quelle: Die Presse)

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