Die Briten wählen am kommenden Donnerstag die MPs für das House of Commons - eine Richtungswahl

Big Ben and the Houses of Parliament - Palace of Westminster
Bildquelle: Wikimedia Commons; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Big_Ben_6.jpg; Urheber Rmashhadi; 4.5.2015; Dieter Draxl

"Am 7. Mai wird in Großbritannien das neue Unterhaus gewählt. Statt einer soliden Regierung, wird auf der Insel eine Periode der Ungewissheit erwartet und eine stärkere Aufsplitterung des Parteiensystems. Mehr Briten denn je wollen diesmal „etwas anderes“ wählen.

Konservative und Labour halten sich seit Monaten in Umfragen die Waage bei 32%. Die  britischen Grünen liegen nach einem politischen Linksruck mit den Liberaldemokraten bei 6%. Die Rechtspopulisten der europafeindlichen UKIP sind die große Unbekannte.

Und die schottischen Nationalisten könnten am Ende sogar den Ausschlag geben, wer der nächste Mieter von Downing Street Nr. 10 in London wird." (Quelle: info.arte.tv; 4.5.2015)

"Was wird gewählt?

In Großbritannien wird am 7. Mai das Unterhaus neu gewählt, eine der beiden Kammern des britischen Parlaments, welche „House of Commons“ oder „Lower House“ genannt wird. Die Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens wählen bei den Unterhauswahlen insgesamt 650 Parlamentsabgeordnete (Members of Parliament, MPs). Diese entscheiden über die Gesetzgebung und den Staatshaushalt.

Wer darf wählen?

Wahlberechtigt sind alle Staatsbürgerinnen und Staatsbürger Großbritanniens und Nordirlands oder in Großbritannien lebende Staatsbürger/-innen aus dem Commonwealth, die mindestens 18 Jahre alt sind. Jede Wählerin und jeder Wähler hat eine Stimme für eine Kandidatin oder einen Kandidaten im Wahlkreis.

Wie wird gewählt?

Die Abgeordneten werden in 650 Einzelwahlkreisen gewählt. In Großbritannien gilt ein relatives Mehrheitswahlrecht. Das bedeutet, dass die Kandidatin oder der Kandidat eines Wahlbezirkes, die oder der die meisten Stimmen bekommt, ins Parlament einzieht. Alle für andere Kandidat(inn)en abgegebenen Stimmen verfallen und haben keinen Einfluss auf die Mehrheitsverhältnisse im Parlament. " (Quelle: www.bpb.de; 4.5.2015)

"... Erstaunliche Gegensätze kennzeichnen in der Tat Britannien vor diesen Wahlen. Tory-Schatzkanzler George Osborne hält sich zugute, seinen Landsleuten durch strikte Sparmaßnahmen die höchste Wachstumsrate Europas verschafft zu haben. Wenn man die Tories weiter walten lasse, versichert Osborne, bestehen gute Aussicht, dass das Königreich bis 2030 noch zum reichsten Land der Welt werde. Der Optimismus wird in der City of London geteilt, im wichtigsten Finanzzentrum Europas türmen sich acht Jahre nach dem Crash immer neue Gewinne. Binnen drei Jahren sollen auf der Insel bereits eine Million Dollar-Millionäre leben.

Freilich ist das Königreich auch auf dem Weg zu ganz anderen Rekorden. Eine Million Menschen am anderen Ende des Spektrums haben nämlich gar nichts. Diese Leute müssen von Wohlfahrts-Organisationen am Leben gehalten werden. Und mehrere Millionen sind nur eine einzige unerwartete Rechnung oder Zinserhöhung weit vom privaten Bankrott entfernt.

Acht Millionen Briten wird von der Joseph-Rountree-Stiftung bescheinigt, über "weniger als minimal erforderliche Einkünfte" zu verfügen. Seit der Finanzkrise sind vielerorts nur noch Teilzeitarbeit, Nullstunden-Verträge und Niedriglöhne erhältlich. So wachsen oft selbst in Familien, bei denen ein Elternteil einen Job hat, Kinder in Armut auf. Dem Bericht "Breadline Britain" zufolge muss heute eins von zehn Kindern im Land ohne warmen Wintermantel auskommen - oder ohne neue Schuhe, wenn es welche brauchen könnte. Schlimmer noch: In jedem zwanzigsten Haushalt gibt es nicht genug zu essen. ..." (Quelle: www.wienerzeitung.at; 4.5.2015)

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