Der scheinheilige Emissionsrechtehandel

Abgasfahne (Wikimedia Commons)
Bildquelle: Wikimedia Commons/Ursula Horn

"Die Grundidee für den Emissionsrechtehandel wurde 1966 von Thomas Crocker, einem Ökonomie-Doktoranden an der University of Wisconsin-Milwaukee erdacht. Er argumentierte, dass Selbstorganisation durch Handel zu den besten Resultaten für alle Akteure führen würde.

J. H. Dales schlug in seinem Buch Pollution, Property and Prices dargestellt vor, einen Markt für Verschmutzungsrechte einzurichten, um Gewässerverschmutzung durch Industrieabwässer zu begrenzen.

Dafür muss zuerst eine Obergrenze für bestimmte Emissionen (z. B. Kohlenstoffdioxid, Schwefeldioxid, Stickoxid) innerhalb eines konkreten Gebiets (regional, national, international) und eines konkreten Zeitraums (z. B. Kalenderjahr) politisch festgelegt werden. Dann werden, entsprechend dieser Obergrenze, sogenannte Umweltzertifikate ausgegeben, die zur Emission einer bestimmten Menge berechtigen.

Wird z. B. für eine bestimmte Region eine Obergrenze von 100 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid innerhalb eines Jahres festgelegt, so werden Zertifikate, die insgesamt zur Emission von 100 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid berechtigen, ausgegeben. Diese Obergrenze kann in den folgenden Jahren schrittweise gesenkt werden.

Da diese Zertifikate frei handelbar sind, wird der Preis für diese Zertifikate durch die Nachfrage bestimmt. Emissionen, die ohne Emissionsrecht erfolgen, werden mit einer Strafe belegt. Im englischen Sprachgebrauch spricht man auch von cap and trade.

Durch den Emissionsrechtehandel können die Marktpreise für bestimmte Produkte steigen. Dadurch erhalten die Verbraucher entsprechende Signale zum sparsamen Umgang mit umweltschädigenden Produkten." (Quelle: Wikipedia)

"... So schießt die Republik Österreich etwa Geld für den Bau von Windparks in China und Indien zu und kann sich das rechnerisch durch diese Investition eingesparte CO2 in Form von Zertifikaten gutschreiben lassen. 45 der voraussichtlich 75 Millionen Tonnen zu viel ausgestoßenes Kohlendioxid werden so kompensiert. ... " (Quelle: Kleine Zeitung)

"Schwerwiegende Mängel im europäischen Emissionshandel beklagen Umweltverbände und untermauern dies mit einer jetzt veröffentlichten Studie. Demnach haben energieintensive Unternehmen - vor allem aus der Stahlindustrie - zu viele Zertifikate kostenlos zugeteilt bekommen. Der Preis für das Recht, eine Tonne des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2) auszustoßen, ist im November erstmals unter zehn Euro gesunken. ..." (Quelle: www.taz.de)

 

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