Der 9. Mai ist Europatag

Das Europäische Parlament in Strassburg
Bildquelle: bilder.tibs.at; Anton Prock; CC BY-NC-SA 3.0 AT

Der Europatag am 9. Mai ist der Tag an dem der damalige französische Außenminister Robert Schuman in Paris eine Rede hielt, in der er seine Vorstellungen einer neuen Art der politischen Zusammenarbeit in Europa präsentierte, welche neuerliche Kriege und militärische Konflikte zwischen den europäischen Nationen unvorstellbar machten sollte.

Er wollte eine überstaatliche europäische Institution zur Verwaltung und Zusammenlegung der Kohle- und Stahlproduktion schaffen, die spätere Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), auch Montanunion genannt. Robert Schumans Vision ist der Grundstein der heutigen Europäischen Union.

Derzeit scheint es vielerorts nicht angebracht zu sein, das damals begonnene europäische Projekt gutzuheißen. Sich heutzutage als EU-Befürworter zu outen kann einem/r böse Blicke und in den Social Media Hasspostings bescheren.

Skeptiker und Kritiker der europäischen Idee schaukeln sich gegenseitig auf und unterstützen vielfach einen sichtbar wiederkehrenden Nationalismus auf allen Ebenen. Zäune werden wieder "in", sei es nun der Aufbau von wirtschaftlichen Schranken, politische, soziale und geographische Grenzziehungen und eine zunehmende Verklärung der "guten alten Zeit", als Deutsche Mark und Schilling das Nachkriegsleben bestimmte. TTIP und Flüchtlingskrise, Gürkenkrümmung und Glühlampenverordnung, Bürokratenwasserköpfe und Griechenlandversteher - sie alle gilt es abzulehnen und argumentativ auszunützen, wenn es darum geht, den Tod der EU schon heute vorauszusagen. Besonders heuchlerisch erscheinen mir jene EU-Gegner zu argumentieren, die zwar einerseits gerne in die Fördertöpfe der EU greifen und alle Annehmlichkeiten weiterhin ausschöpfen würden, andererseits aber nicht mehr bereit sind, dafür auch Leistungen zu erbringen. Nationale und regionale Interessen treten immer stärker in den Vordergrund und große Mitgliedsstaaten leben es den kleinen vor. Dass dieser Jubiläumstag Europas auch medial kaum gewürdigt wird zeugt vom vorherrschenden kleinstaatlichen Denken, selbst wenn das Ende des 2. Weltkriegs erst 71 Jahre zurückliegt - historisch gesehen ein "Lercherlscha..." 

Gewiss, es ist nicht alles Gold was glänzt. Einige der europaweit geltenden Verordnungen sind zu revidieren bzw. zu hinterfragen, doch pauschal die Gesamtidee der EU abzulehnen entspricht nicht meinem politischen und sozialen Verständnis. Trotz aller kulturellen und geographischen Unterschiede sind wir "mehr" Europäer geworden. Das brachte uns nicht nur Nachteile, sonder "g'hörig" viele Vorteile ein.

Ich fordere daher: "Jedem Schrebergarten sein eigenes Passamt!"

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