Berühmte Burschenschafter

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Im Zuge der Regierungsbildung nach der Richtungswahl 2017 wurden in den Medien Burschenschaften häufig als Kaderschmiede für die FPÖ und Seilschaften für rechte Gesinnungen bezeichnet, ihr Ruf ist also mehr als miserabel. Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt ebenso prominente Mitglieder von Studentenverbindungen wie überzeugte Deutschnationale und alles Fremde ablehnende  Nationalsozialisten. Allerdings sind auch andere überraschenderweise zu finden.

Die Mitgliedschaft in Burschenschaften ist nicht immer offensichtlich, ein Schmiss im Gesicht ziert nicht jedes Mitglied. Auch ist nicht jeder Burschenschafter FPÖ-Mitglied oder bei Wehrsportübungen zu beobachten. Folgende Auswahl an Burschenschaftern gibt einen kleinen Einblick in die korporierte Welt:

Autokonstrukteur Ferdinand Porsche

Ferdinand Porsche war Mitglied der  Burschenschaft Bruna Sudetia Wien, die am Tage des Anschluss' Österreichs an Deutschland vom NS-Regime aufgelöst wurde. Porsche war ab 1937 Mitglied der NSDAP und Träger des SS-Totenkopfrings.

Philosoph Friedrich Nietzsche

Nietzsche war Mitglied der Bonner Burschenschaft Frankonia, die 1845 gegründet wurde. Während der Zeit des Nationalsozialismus weigerte sich die Burschenschaft, jüdische Mitglieder auszuschließen. Neben Nietzsche zählte der bekannte Historiker Julius von Ficker und Max Theodor von Karajan zu den berühmtesten Mitgliedern dieser pflichtschlagenden Gemeinschaft, die auf das Tragen eines Bierzipfels verzichtet.

Sozialtheoretiker und Politiker Karl Marx

Marx gehörte zur Landmannschaft der Trier zu Bonn. Der aus einer jüdischen Familie stammende Philosoph und Protagonist der Arbeiterbewegung lebte ein typisches Studentenleben. Das Geld war knapp und er wurde auch wegen Trunkenheit bzw. dem Tragen eines Säbels verurteilt. Während seines Exils in London hingen angeblich Mütze und Schläger der Landmannschaft über seinem Schreibtisch. 

Philologe und Lexikograf Konrad Duden

Duden war Mitglied der Burschenschaft Germania Bonn, die von der NSDAP 1934/35 verboten wurde. Nach der Reichsgründung 1871 entstand nicht nur erstmalig ein einheitlicher deutscher Nationalstaat, sondern auch der Wunsch nach Vereinheitlichung der Schriftsprache bzw. der Rechtschreibung. Nach der ersten "Orthografischen Konferenz" gab Duden im Jahre 1880 ein "Vollständiges orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache" heraus, das zur Grundlage der deutscehn Rechtschreibung wurde. 

Märchenerzähler Wilhelm Hauff

Hauff war Mitglied der Burschenschaft Germania Tübingen und ein deutscher Schriftsteller der Romantik. Als er Material in Tirol Material für sein Werk Andreas Hofer sammeln wolte, infizierte er sich mit Typhus und starb kurze Zeit später. Sein litterarisches Schaffen war kurz, trotzdem sind ihm in zahlreiche Straßen und Denkmäler in Stuttgart und bei Schloss Liechtenstein bzw. 1977 auch eine Sonderbriefmarke der deutschen Post gewidmet, auch wenn die Germanisten Gabriele von Glasenapp und Wolf-Daniel Hartwich darauf hingewiesen haben, dass einige von Hauffs Werken (wie etwa Jud Süß) die Polemik um jüdische Klischees prägten. 

Zionist Theodor Herzl

Als Herzl in Wien Rechtswissenschaften studierte, wurde er Mitglied der Albia, die 1870 gegründet wurde. Aus dieser Burschenschaft zog er sich jedoch zurück, nachdem sie zunehmend antisemitisccher wurde.

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