Wir passen nicht in die moderne Welt: Evolutionsmedizin

"Die Steinzeit passte besser", lautet die Schlagzeile eines Berichts auf n-tv.de. Krankheiten wie Ischias, Diabetes-B, Knochenschwund, Sehbehinderungen und Übergewicht sind offenbar typisch für unsere Überflussgesellschaft, in der wir meistens sitzen, zu viel und falsch essen und auch sonst alle möglichen Dinge tun, für die wir von Natur aus nicht ausgestattet sind.

Während vor 15.000 Jahren die Menschen noch genau auf die Art lebten, für die sie sich auch evolutionär entwickelt hatten. Genau dort hakt eine neue Disziplin der Medizin ein - die Evolutionsmedizin. Sie untersucht, welche unserer Krankheiten nur deshalb ausbrechen, weil wir falsch leben, i.e. unsere natürlichen Anlagen nicht entsprechen fordern und entwickeln.

Über ca. 4 Mio. Jahre hinweg hat sich der heutige Mensch in einer Lebensweise als Jäger und Sammler entwickelt. Dabei war er von der Fortbewegung her vor allem eines: ein Läufer. Für langes Sitzen auf Stühlen war er ganz sicher nicht gemacht. Ebensowenig gehören das Kauen von weichgekochten Speisen oder der Verzehr von Tonnen von Zucker zu seiner biologischen Grundausstattung. Die Folgen davon sind zum Beispiel Zahnfehlstellungen oder Zuckerkrankheit und Fettleibigkeit.  Auch ist das menschliche Immunsystem darauf eingestellt, sich ständig mit Parasiten und Krankheitserregern auseinandersetzen zu müssen. Die weitgehend antiseptische Umgebung unserer heutigen westlichen Zivilisation bewirkt eine Schwächung unseres Immunapparates und führt zu vermehrt auftretenden Allergien schon bei Kleinkindern.

Körperlich und geistig sind wir Menschen nämlich noch (weitgehend) auf dem Niveau derselben Menschen, die vor 100.000 Jahren gelebt haben. Geändert haben sich nur die Lebensbedingungen und die so schnell, dass wir evolutionär nicht mehr mithalten konnten. Und so ist ein Großteil der um sich greifenden Krankheiten eher zivilisationsbedingt. Die explodierenden Kosten des Gesundheitssystems sind ebenfalls nur eine Folge dieser Lebensweise, die unseren Bedürfnissen nicht angepasst ist.

Wer mindestens dreieinhalb Stunden in der Woche körperlich tätig wird, wer nicht raucht, vor allem Obst und Gemüse isst und auf sein Gewicht achtet, riskiert kaum, krank zu werden. Hier ist auch ein wichtiger, wenn auch ganz schwieriger Auftrag an Schulen: Bewegung fördern, gesunde Ernährung unterstützen, ist auch einen Aufgabe, der sich Schule stellen muss.

 

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