Verdichtete Bauweise

Hoyerswerda - Plattenbau
Bildquelle: Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hoyerswerda_Kuelz_Str.jpg; Urheber: Doris Antony; CC-BY-SA-4.0,3.0,2.5,2.0,1.0

Wie teuer das Wohnen in Innsbruck ist weiß wohl jeder, wie gering die Flächen für neue Wohnprojekte sind ebenso. Dass die meisten Menschen von einem Schloss bzw. Gutshof im Grünen träumen ist auch nicht nur eine Vermutung - und dass sich das nicht für jeden Menschen bzw. Familie ausgehen wird kann man sich nicht nur denken - das ist eine Gewissheit.

In der Antike und später auch im Mittelalter zogen sich viele Menschen freiwillig in eine "verdichtete Bauweise" zurück, nicht immer freiwillig, denn sie hatten Angst. Bewachte Stadttore und Mauern boten Schutz. Abgesehen davon machte "Stadtluft frei", frei von erzwungenen Frondiensten und Abgaben der Grundherren ringsum die Stadt.

So wird "verdichteter" Wohnbau weiterhin ein wichtiges Element von Stadtplanern und Wohnbauexperten bleiben, vor allem dann, wenn es keine neu zu bebauenden Flächen mehr gibt. Die "Weinviertler" und "Mostviertler" werden dabei weniger betroffen sein, die Innsbrucker oder Wiener jedoch sehr wohl. 

Nachdem ich seit meinem 1. Lebensjahr in "verdichteter" Wohnbauweise" lebe habe ich auch keinen "Graus" davor. War es zuerst das Zollhaus am Brenner mit 40 Parteien und einer Badewanne für alle im Keller, dann war es später eine BUWOG- Wohnsiedlung in der Andechsstraße, später eine WG mit 20 Mitgliedern über dem Schloss Ambras, dann der erste Stock der Salurnerstraße 1 über einem Nachtlokal. Es folgte die Mandelsbergerstraße 6 mit 10 Parteien, diverse Übergangswohnstätten zwischen Garconniere und Kleinwohnung,. aber immer mit mehr als 4 Parteien im selben Haus. Nur einmal durfte ich in einem alten Bauernhaus aus 1776 in Hötting leben, aber dort war die Kampfsituation mit den Nachbarn am intensivsten. In der Friedenssiedlung in Völs war es dann wieder "friedlicher" und nun bin ich "verdichtet" in der Höttinger Au gelandet, 5. Stock, ohne Lift. Wünschen würde ich mir einen kleinen Schrebergarten - so zum Ausgleich, aber 10 Jahre darauf warten will ich auch nicht.

Tatsache ist, dass ich das Leben in Innsbruck, in der Stadt, im geballten Lebensraum, noch immer der Einsamkeit eines Weilers auf 1400 Höhenmeter vorziehe, auch wenn ich dort den Füchsen "Gute Nacht" sagen könnte.

PS: Aber die "Verdichtung", die aus dem Thumbnail von Hoyerswerda ersichtlich ist, auf diese Verdichtung kann ich gerne verzichten.Da mögen sich die Architekten und Geldgeber etwas Besseres einfallen lassen.

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