Urban Gardening & Urban Farming & Vertical Farming

Agora Gardens Project Vincent Callebout
Bildquelle: Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Agora_Garden_project.jpg; ; Urherber: 準建築人手札網站 Forgemind ArchiMedia; CC-BY-2.0; 11.2.2016

Vermutlich ist alles eine Frage des Wohlstandes. In den kargen Jahren zwischen den beiden Weltkriegen und danach waren die Grünflächen einer Stadt weniger Parkanlagen sondern mehr Gemüsebeete. Man baute an was man konnte, um sich und die Seinen zu versorgen. Jeder Fleck wurde genutzt - und besonders glücklich konnten sich Bauern schätzen, denn sie hatten schon immer um den Wert ihrer Anbaukunst und ihres Bodens gewusst. Mag sein, dass es bald wieder so weit ist und ich in den Hof zwischen unseren Wohnblöcken hinunterschaue um das Wachstum jener paar Kartoffelstzauden zu begutachten, die ich im Frühjahr gesetzt hatte. Und wenn sich dann ein Fremdling nähert schaue ich böse und schieß' ihm oder ihr mit meiner Steinschleuder vom Balkon eine auf die Rübe. Keine schöne Vision, eh klar, aber nicht unvorstellbar. eine Balkonkiste mit Kräutern

Andererseits frage ich mich auf meinen täglichen Radfahrten zu meinem Arbeitsplatz immer wieder, warum so viele Balkone so leer sind. Dann und wann begrüßen mich ein paar Geranien von oben, aber selten sehe ich Petersilie, Schnittlauch oder Rosmarin herunterlachen. Warum so wenige Menschen in unserer Stadt ihre Balkone nützen, um wenigstens Gewürzkräuter anzubauen entzieht sich meinem Verständnis von Nachhaltigkeit. Ich selbst bin ja auch nicht mit einem "grünen Daumen" gesegnet, doch ein Topf Basilikum und widerstandsfähiger Schnittlauch findet sich schon im Topf. Urban Gardening wäre mir schon zu viel (derzeit) - aber vielleicht sind die Zeiten  nicht ferne, an denen ich mit der Steinschleuder auf ..... 

Die architektonischen Visonen von Vertikal Farming & Co. hingegen sind zwar faszinierend, jedoch dürften diese Bauwerke meine finanziellen Möglichkeiten etwas überschreiten. Im Glashaus in Hongkong sitzend auf 300 Meter Höhe über dem Meeresspiegel und meine Karotten aus der Wand "klaubend" dürften mich wohl mehr als 5000 Euro pro Quadratmeter kosten - und selbst wenn ich mir dies leisten könnte würde ich eine andere Wohngegend vorziehen. Diese Zukunftsvorstellungen erinnern mich an meine Jugend als ich in COSMOS-Heftchen vom Atomantrieb träumte, der mich in interstellare Weiten führen würde. Davon geblieben sind ein paar Fotoshootings von der Marsoberfläche, und da bin ich mir nicht sicher ob ich nicht farbverfremdete Fotos aus dem Death Valley bewundere.

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Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Agora_Garden_project.jpg; ; Urherber: 準建築人手札網站 Forgemind ArchiMedia; CC-BY-2.0; 11.2.2016

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