Und wieder ist es mal soweit - der WeltlehrerInnentag am 5. Oktober nähert sich und für manche ist er schon am 2. Oktober

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"Wie soll ein guter Lehrer sein? (Schüler des Privatgymnasiums der Herz-Jesu-Missionare, Salzburg)

  • Soll sich durchsetzen können
  • Soll nicht zu streng sein
  • Soll so unterrichten, dass man Spaß hat, aber auch was lernt
  • Soll sein/ihr Fachgebiet spannend rüberbringen
  • Soll die Schüler motivieren können
  • Soll nicht zu streng, aber auch nicht zu nett sein
  • Soll sich um gutes Unterrichtsklima bemühen
  • Soll Spaß am Unterrichten haben
  • Soll sich in die Lage von Schülern versetzen können
  • Soll den Unterricht gut gestalten
  • Soll bei Problemen nicht wegschauen
  • Soll konsequent durchgreifen können
  • Soll dafür sorgen, dass ihm die Schüler zuhören
  • Soll gut erklären können
  • Soll sich bemühen, die anderen Aufgaben der Schüler zu berücksichtigen
  • Soll eine Respektperson sein, aber gleichzeitig kein Feind, sondern eher ein Freund, mit dem man sich auch mal unterhalten kann
  • Soll nicht immer streng sein, sondern auch locker, aber nicht zu locker, sodass man keinen Respekt mehr hat, sondern das Mittelmaß zwischen streng und locker
  • Soll wirklich gut erklären können und darauf achten, falls jemand etwas nicht versteht
  • Soll wenig Hausaufgaben geben, weil die Freizeit auch wichtig ist
  • Soll sich nur dann beschweren, wenn jemand den Unterricht stört, nicht wenn jemand nicht aufpasst
  • Soll immer auf die Fragen der Schüler eingehen
  • Soll kompetent, freundlich, aber auch streng, motivierend und fordernd sein
  • Soll sich sich ausdrücken können
  • Soll gerecht sein
  • Soll konsequent sein
  • Soll respekteinflößend sein" (Quelle: Gurkenschiller - Salzburg, Kunstaktion 2.10.2013, Furtwänglerpark Salzburg)

Tja was soll man darauf antworten. Für mich kann ich nur sagen, dass ich noch ein paar Jahrhunderte an meiner Persönlichkeit arbeiten werde, um all dem gerecht zu werden. Meinen zukünftigen TherapeutInnen und Coaches wird es nicht an Arbeit mangeln, denn noch immer

  • bin ich manchmal ungerecht
  • gebe ich auch Hausübungen auf, die nicht jedermann/frau bewältigen kann.
  • übersehe ich oft erhobene Hände von SchülerInnen.
  • überhöre ich die herausgerufene Antwort.
  • verstehe ich nicht jeden Spaß.
  • bin ich zu locker und inkonsequent, weil ich gerade selbst den Schalk im Nacken habe bzw. einfach zu müde bin um mich zum tausendsten Male in meinem Begehren den Schülern gegenüber zu wiederholen.
  • habe ich nicht immer Zeit für Fragen einzelner Kinder, da ich schon im Eilschritt in die nächste Unterrichtsstunde rennen muss um dort meiner Aufsichtspflicht nachkommen zu können.
  • bin ich selten respekteinflößend, da sich die dazu nötige Muskulatur noch immer nicht von selbst eingestellt hat und ich auch nicht mehr wachse - mein neues furchterregendes "The Mountain-Bigfoot-T-Shirt" rettet mich diesbezüglich auch nicht.
  • überbrülle ich die 120 Dezibel meiner Klasse, wenn sie mal wieder voller Spaß außer Rand und Band geraten
  • nehme ich nicht immer den dunkelschwarzen Schmerz bestimmter Kinder wahr, da ich oft durch den der auffälligeren Kinder stärker besetzt bin. Ich vermag es nicht mich zu Zwanzigsteln und allen mir Anvertrauten gleichmäßig zuzuwenden.
  • will ich schon nett sein.
  • schaffe ich es nicht immer, ein tolles Lernklima zu erreichen, weil ich nicht zaubern kann.
  • bin ich besser, dann aber wieder schlechter vorbereitet - und stelle mit zunehmendem Alter fest, wie wenig ich von dieser Welt weiß.
  • bin ich unter Umständen nicht freundlich, sondern zornig, enttäuscht und frustriert.
  • zeige ich mich dann und wann langweilig und wenig motivierend, da mir die Zeit zum Erlernen aller Tricks und Schmähs eines Superlehrers fehlen und ich auch meinen Mustern folge so wie Autos den Straßen. Nicht jeder ist ein Educational High-Clearance SUV, der in den Landschaften der pädagogischen Kreativität sich seine eigenen Spuren suchen kann.
  • usw.

aber ich bin mir sicher, dass ich mich bemühe meine Arbeit nicht als Müh' und Last zu erachten sondern als freud- und sinnvolle Aufgabe. Hoffentlich geht mir diese Grundstimmung nie verloren. Das wünsche ich jedem/r meiner KollegInnen zu diesem Gedenktag. Das Wort manchmal gehört in jedes Item meiner Aufzählung hinein. Also gehört noch ein Punkt dazu:

  • bin ich manchmal auch zu faul bzw. sehe den Sinn einiger Tätigkeiten gar nicht ein.

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