Tag der Pressefreiheit - 3. Mai

Pressefreiheit 2010 (Wikipedia)
Bildquelle: Wikimedia Commons

"Am 3. Mai 2012, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit, ist es soweit: Reporter ohne Grenzen Österreich geht mit einem neuen Magazin an den Start: press.freedom.now - die Zeitschrift für freie Information. Herausgeberin ist Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, die Chefredaktion hat Barbara Hoheneder übernommen, die Artdirektion liegt bei Herbert Ellinger.

Rubina Möhring erklärt: „Die Zweisprachigkeit des Titels press.freedom.now ist Programm: Presse- und Informationsfreiheit kennen keine nationalen Grenzen. International sind deshalb auch die AutorInnen. Die einen schreiben in ihrer Muttersprache Deutsch, andere in der weltweiten Kompromiss-Sprache Englisch."
 " (Quelle: www.rog.at)

Aus der Jahresbilanz 2011:

66 Journalisten getötet
1044 Journalisten festgenommen
1959 Journalisten körperlich angegriffen oder bedroht
499 Medien zensiert
71 Journalisten entführt
73 Journalisten aus ihrer Heimat geflüchtet
5 Internetaktivisten getötet
199 Blogger und Internetnutzer festgenommen
62 Blogger körperlich angegriffen oder bedroht
68 Länder von Internetzensur betroffen

Man kann zwar manchmal über diesen oder jenen Artikel eines/r Journalistin fluchen, sich über Paparazzis ärgern oder auch die dauerhaft-einseitige banale populistische Rethorik eines Mediums verdammen, doch ist es in unseren Gefilden wenigstens möglich, sich über mehrere verschiedene Medien zu einer Thematik zu informieren. Dass dies nicht überall so ist - und sich immer wieder recht schnell auch bei uns ändern kann, sollte uns zu denken geben. So kann ich beruhigt zur Sonntagsausgabe des volksbildenden Kleinformates greifen und erfahren was des Volkes Willen ist, da ich weiß, dass eben dieser Volkes Wille doch nicht so eindeutig ist, wenn ich auch zu anderen Formaten greifen darf. Bedenklicher wird es da schon im Murdoch-Imperium. Wenn die Uniformität der News aus allen Medien springt, dann ist es zur Meinungsdiktatur nicht mehr weit. Umso wichtiger werden Blogs im Web, die sich nicht an den APA-Mainstreams halten. Das dies äußerst schwierig ist, wenn man nur ein Schreiberling wie ich es bin ist, kenne ich aus eigener Erfahrung - woher nehmen, wenn nicht kopieren&einfügen?

Diese Problemchen haben JournalistInnen in Tschetschenien, China oder Saudi-Arabien wahrscheinlich weniger, denn die müssen entweder so oder so agieren. So lässt sie am Leben und so macht sie vielleicht zwar zu Helden der Freiheit, aber lässt sie eben nicht am Leben. Sieben Jahrzehnte sind vergangen, seitdem das bloße Hören von BBC-Nachrichten den Tod bei uns bedeuten konnte, wenn das "falsche Ohr" mitgehört hatte. Hoffen wir, dass es nicht wieder so weit kommen wird.

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