Sprechen Sie schon mit Bots?

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Nicht erst seit dem US-Wahlkampf, als Social Bots gezielt täuschend echt wirkende Botschaften in die sozialen Netzwerke aussandten, sind Interaktionen mit künstlichen Intelligenzen in aller Munde. Ebenso gehören sprachbasierte Assistenzsysteme wie Alexa, Google Home oder Siri für viele bereits zum Alltag dazu. Der Medientag der Universität Innsbruck am 21. November 2017 stand im Zeichen der Automatisierung unserer Kommunikation.

Um automatische Antworten zu setzen, werden häufig Bots (von engl. robot) installiert. Die Dialog-Software wird aber leider auch missbräuchlich verwendet - immerhin sollen mehr als 15 Prozent der Twitter-Accounts von Maschinen gesteuert werden. Das sind somit weltweit knapp 50 Millionen Accounts. Twitter relativiert die Zahl aus nachvollziehbaren Gründen und spricht von 5 Prozent aller Profile.

Dazu werden realistisch wirkende Accounts generiert, die Werbungen verbreiten oder Meinungen verstärken sollen. Laut Untersuchungen nach dem US-Wahlkampf war bei Donald Trump jeder dritte, bei Hillary Clinton jeder vierte Twitter-Account vorgetäuscht. Eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung maschinell verfasster Meldungen existiert zur Zeit nicht. Aus dieser Erfahrung heraus scheint sich ein gewisses Imageproblem entwickelt zu haben. Wenn man aber an unsere digitalen Mitbewohner wie Siri, Google Home oder Alexa denkt, kommt es zum Erkennen des tatsächlichen Werts der Entwicklung: einfach praktisch, manchmal sehr nützlich, durchaus praktikabel (Mal abgesehen von Fragen wie "Siri, willst du mich heiraten?" oder "Alexa, gibt es Ufos?" - obwohl die vorprogrammierten Antworten durchaus humorig sind). 

Standardmäßig auftretende Fragen können in Chatbots von einem Programm beantwortet werden. Als erster Chatbot der Geschichte gilt übrigens Eliza, eine virtuelle Psychotherapeutin. Auch A1 hat einen Chatbot installiert, der beim Smartphonekauf helfen soll. Warteschleifen im Callcenter gehören somit der Vergangenheit an. Facebook arbeitet zur Zeit an einem eigenen Super-Bot, der als virtueller Butler, den Nutzer unterstützen soll. "M" kümmert sich darum, ein Taxi zu bestellen, Kinokarten oder einen Tisch im Restaurant zu bestellen. 

Die Veränderung der Kommunikationskultur ist unbestritten: Häufig ist es schwierig zu erkennen, ob man mit einem Bot kommuniziert oder einen Menschen gegenüber hat. Der einzige Schlüssel zur Unterscheidung von Mensch und Maschine bleibt die Medienkompetenz. 

Und eine gründlich geschulte Medienkompetenz braucht man, um Fake-Accounts zu erkennen: verdächtig sind Accounts, die mehr als 50 Tweets oder eine hohe Zahl von Retweets  pro Tag versenden. Das genaue Betrachten des Profils ist ebenso angeraten: Häufig handelt es sich nämlich um realitätsnah aufgebaute Profile, meist auch Hybridformen, die von Maschine und Mensch betreut werden.  Weitere Tipps zum Entlarven von computergesteuerten Accounts finden Sie hier. Aber die Enttarnung des Bots ist und bleibt trotzdem schwierig.

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