Sprachen lernen online? What's up? Sorry "What's App"?

Eine Wachskugel mit dem Wort FREIDE in vielen Sprachen
Bildquelle: bilderpool.at / Dieter Draxl

Ich persönlich scheitere beim Erlernen einer neuen "Zunge" immer mehr an meinem Alter, der Zeit, und den Auswirkungen all meiner anderen lasterhaften Tätigkeiten in meinem vorherigen Leben - kurzum, mein ROM ist nicht mehr das alte und so benütze ich das RAM. Leider hat mein RAM keinen wirklich tüchtigen Auslagerungsspeicher und wenn der "Strom" weg ist, ist auch der RAM-Inhalt flöten gegangen.

Doch was am meisten meinen Lernfortschritt hemmt und mich trotz all meiner Bemühungen immer wieder enttäuscht ist die fehlende Anwendungsmöglichkeit des mühsam erworbenen Wissens. So glaube ich, dass die direkte "Hineinverpflanzung" in eine fremde sprachliche Umgebung in den meisten Fällen zu einem Lernfortschritt führt, dem keine APP, kein WEB und vor allem kein schulischer Unterricht folgen kann - allerdings immer nur unter der Voraussetzung, dass der/die Lernwillige auch wirklich willig ist. Schon Harun-al-Raschid konnte sich mit dem Staufer Friedrich II. recht gut unterhalten ohne dass das neueste Tablet im Spiele war.

Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass alle diese Tools und Neuerungen im Sprachenerwerb "für die Katz'" sind. Viele sind "altruistisch" toll programmiert, andere wieder kommerziell orientiert, aber leider letztendlich nicht verwendbar - und vor allem - sie arbeiten nur mit einer bestehenden Web-Verbindung.

Zum Trainieren des Wortschatzes, der Aussprache des Grundwortschatzes hingegen sind sie wohl brauchbar, auch wenn der Hotspot mal nicht funktioniert in Salfeins, dann wenn sich die Kalkkögel am Schönsten im Wasser spiegeln. Dann aber werde ich auch keinen Wortschatz "anüben", "g'hupft, wia g'schprungen."

Beeindruckt hat mich eine Android-APP - der UEBERSETZER (webabhängig), der ich in vielen verschiedenen Sprachen einfache Texte des Alltagslebens vorgab und die diese Worte laut und klar - natürlich mit grammatikalischen Fehlern je nach Spracheingabe - ausgab. Das erinnerte mich an Daniel Düsentriebs TRANSLATOR, den ich nur dem Fremdsprachler  entgegenhalten musste (Mikrofoneingabe) und die Übersetzung kam postwendend in meine Ohren. Knopf drücken - und ja nicht anstrengen! Das erscheint mir die negativste Seite dieser Entwicklungen zu sein. Ich beschäftige in der Zwischenzeit den Google-Übersetzer für Mitteilungen an Eltern, die angeblich nicht Deutsch sprechen - doch sie verwenden ihn nicht, um mir ihre Antworten mitzuteilen.

Fazit: Wer verstehen will, der bemüht sich um eine richtige Deutung, und wem das zu mühsam ist, der verzichtet darauf. Es gibt Wohnungen mit viel Werkzeug im Kasten und einige mit IKEA-Krims-Krams und einem Sechskanter, der immer wieder mitgeliefert wird, weil der vorherige schon nicht mehr auffindbar ist. Trotzdem - nützen wir unsere Möglichkeiten und - werden wir nicht faul, nur weil es Tools gibt. Benützen wir die Werkzeuge und lassen wir sie nicht digital verrotten.

Wikipedia: "Unter Sprache versteht man die Menge, die als Elemente alle komplexen Systeme der Kommunikation beinhaltet. Der Term wird meist verwendet, um anzuzeigen, dass konkrete Zeichensysteme Elemente dieser Menge sind (z. B. die deutsche Sprache, die Programmiersprache Basic); umgekehrt, um anzuzeigen, dass diese konkreten Zeichensysteme den Eigenschaften einer Definition des Begriffs „Sprache“ genügen. Eine andere Definition ist: Sprachen sind „die Systeme von Einheiten und Regeln, die den Mitgliedern von Sprachgemeinschaften als Mittel der Verständigung dienen“. (Quelle: Wikipedia, 4.12.2014)

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