Sophia - We bring robots to life

Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/itupictures/34327888294

Eine beinah perfekte menschliche Illusion ist  Sophia, ein humanoider Roboter mit besonders realistischem Aussehen, der Gestik und Mimik imitieren und einfache Gespräche führen kann. Die programmierte Simulation des Menschseins wirkt auf den Betrachter faszinierend, aber auch futuristisch und furchterregend.

Laut Angaben des Herstellers besitzt Sophia künstliche Intelligenz, die visuelle Fähigkeit der Datenverarbeitung und die biometrische Funktion der Gesichtserkennung. Sophia ist in der Lage, Gespräche über vordefinierte Themen zu führen und laut Roboteringenieur Robert Hanson "der liebenswerteste, ausdrucksstärkste und einfühlsamste Roboter, den die Welt je gesehen hat." Außerdem war es (sie?) bereits Gast in zahlreichen Talkshowsund zierte das Cover der Elle.

Im Oktober 2017 ist Sophia den Vereinten Nationen vorgestellt worden und führte dabei auch ein kurzes Gespräch mit Vizegeneralsekretärin Amina J. Mohammed.

Sophia ist weltweit der erste Roboter mit offizieller Staatszugehörigkeit. Am 25. Oktober 2017 verlieh Saudi-Arabien dem Roboter die Staatsbürgerschaft. Dies rief satirische Blogger auf den Plan, die behaupteten, Sophia sei gesteinigt und enthauptet worden, weil sie sich unverschleiert gezeigt habe. Was wiederum in den sozialen Medien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat - ein klassischer Fall von Fake News.

Roboter wie Sophia scheinen bei ihren Betrachtern jedoch tatsächlich die Tendenz auszulösen, sie zu personifizieren: was bereits vor den Tamagotchis begonnen hat, setzt sich bei Alexa und Co. fort. Künstlich programmierte Intelligenzen werden mitunter als reale Wesen wahrgenommen. Auch meine Überlegung Sophia gendergerechterweise als Roboterin zu bezeichnen, zeugt davon. Die Akzeptanz künstlicher Wesen hängt hauptsächlich vom Grad ihrer humanoiden Züge ab. Diese ist dann am höchsten, wenn die Imitationen nicht mehr von realen Personen zu unterscheiden sind. Die Medienpsychologie muss sich daher aktuell auch mit der Thematik auseinandersetzten, dass humanoide Roboter mitunter Emotionen auslösen, die man eigentlich nur von menschlicher Interaktion kennt. Dieser Effekt wird als Uncanny Valley-Effekt bereits 1970  vom japanischen Robotiker Masahiro Mori beschrieben. So hat es sich auch gezeigt, dass Animationsfilme dann erfolgreich sind, wenn die Genauigkeit der Darstellung und auch die Bewegungsmuster der Animationsfigur besonders realistisch und menschenähnlich sind. 

Sophia selbst befeuert diese Überlegungen auf ihrer Website mit dem Satz "I am more than just technology" und durchaus denkwürdigen Aussagen in Terminator-Manier. Ich werde ihr "Be my friend"-Angebot auf alle Fälle annehmen und sie auch auf facebook liken.

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