Sind wir echt so teuer?

Geldschein
Bildquelle: bilder.tibs.at/Julia Lackner

"Ein aktueller Rechnungshofbericht zeigt, dass trotz sinkender Schülerzahlen, die Ausgaben für Landeslehrer deutlich gestiegen sind. Insgesamt hat der Bund im Jahr 2009/10 rund 3,35 Milliarden für Landeslehrer ausgegeben.

Zum wiederholten Mal Kritik an der zwischen Bund und Ländern aufgeteilten Verantwortung bei den Landeslehrern übt der Rechnungshof (RH) in einem neuen, am Montag veröffentlichten Bericht. Dies würde "Ineffizienzen, Doppelgleisigkeiten und einen erhöhten Verwaltungsaufwand" verursachen. Anlass ist eine Querschnittsprüfung des Landeslehrer-Controlling des Bundes und der Länder Kärnten, Niederösterreich und Salzburg. Dabei zeigte sich, dass trotz sinkender Schülerzahlen die Ausgaben für die Landeslehrer deutlich gestiegen sind. ... (Quelle: Die Presse)

Also, es ist wieder einmal soweit. Let's bash again! Die Wirtschafts- und Finanzkrise ließe sich doch lösen, wenn der Staat ein wenig bei seinen LehrerInnen sparen würde. Diesen "Trug"-Schluss habe ich zwar nicht direkt gelesen, aber zwischen den Zeilen der Berichterstatter könnte man ihn dennoch vermuten. "Da bringen die Kids von heute nix mehr zusammen, aber die LehrerInnen verdienen sich krumm und herrlich." So könnte die inhaltliche Zusammenfassung bei oberflächlichem Lesen auf Vulgärösterreichisch lauten. Dementsprechend lassen sich auch etliche derartige Lesermeinungen in den Foren aufspüren. Ich sollte mich wohl als 58-jähriger Lehrer mit 37 Dienstjahren mit jenem Gehalt zufrieden geben, den ich im 6. Dienstjahr erhielt, nämlich ca. 600 Euro inklusive Alleinverdienerabsetzbetrag und Kinderbeihilfe (damals), weil "oabeiten tun de Lehra eh nix, hom eh nua Förien." Dazu passend erlese man sich die Plakatierungskosten der letzten Bürgermeisterwahl in Innsbruck, welche der heutigen TT-Ausgabe (17.4.) veröffentlicht wurden, von den finanziellen Transaktionen zur Stützung diverser Too-Big-to-Fail-Geldverleihinstitute gar nicht zu reden.

Komisch, alles darf teurer werden, der Treibstoff unterliegt einer Inflationsrate von 5 %, Brot und Mehl - Indexe steigen ständig, aber jene Summen, die für unsere Bezahlung aufgewendet werden, sollten stagnieren. Ich frage mich nur, ob alle angepeilten Veränderungen des österreichischen Bildungssystems in den letzten Monaten am Rechnungshof spurlos vorübergegangen sind (Senkung der Klassenschülerzahlen, Team-Teaching, BundeslehrerInnen an APS, Veralterung der LehrerInnenteams aus demographischen Gründen, Pensionierungswelle)? Oder handelt es sich bei derartigen Veröffentlichungen in den österreichischen Medien lediglich um das nächste "Halali" in der fortlaufenden Hetzjagd hinter den Budegetkompetenzen zwischen Ländern und Bund her?

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