Schwarzes Isolierband + Handy = Geigerzähler!

Mac GyverKennen Sie noch Mac Gyver, den Fernsehheld, der mit Hilfe seines Schweizer Taschenmessers aus einer Orange, einem Kaugummi und einer Büroklammer einen voll funktionstüchtigen Haarfön basteln konnte? Aber Spaß beiseite… mindestens genauso funktionell, wie das Taschenmesser von Mac Gyver sind moderne Smartphones – mit einem Unterschied, denn Problemlösungen mit Mobiltelefonen funktionieren tatsächlich, nicht nur in Fernsehserien.Doch der Weg zu dieser Lösung klingt fast, wie in der schon beschriebenen Fernsehserie...

Kleben Sie etwas schwarzes Klebeband über die Linse Ihres Androidphones. Kontrollieren Sie anschließend  mittels Kamerafunktion, dass wirklich kein Licht zur Linse dringt. Installieren Sie die Applikation „Radioactivity Counter“ aus dem Android Market auf Ihrem Telefon und "kalibrieren" Sie die Software nach den Vorgaben auf der Website des Softwareprojekts. Die App kostet € 1,49 in der Vollversion € 3,49.


Und nun haben Sie einen Geigerzähler, der über eine Messgenauigkeit von +/-  1 - 2  % verfügt.

Übrigens vergleichbare Geigerzähler mit einer ähnlichen Messgenauigkeit bekommen Sie im Fachhandel ab von ca. € 250,00 bis € 500,00.

Viele Anwendungsmöglichkeiten, nicht nur schulisch

Die Anwendungen des Geigerzählers sind sehr umfangreich, erforschen Sie beispielsweise die Radioaktivität in unterschiedlichen Pilzen oder anderen Lebensmitteln. Oder messen Sie die Belastung, die auf Sie in einem Interkontinentalflug wirkt, die Strahlung medizinischer Geräte, alte Radium-Wecker, Uranglas-Vasen oder alte Kameras mit Thorium-Linsen.  Sie werden genug Möglichkeiten auch für Ihren Unterricht finden.

Doch wie ist so etwas möglich? Eine Erklärung

Grundsätzlich misst die App über den  Kamerasensor den Energiegehalt der Gammastrahlung.

Jeder Kamerasensor reagiert auf Strahlung. Normales Licht sind Photonen, Gammastrahlen sind Photonen mit erhöhtem Energiegehalt. Klebt man nun die Linse der Handykamera ab, so werden diese trotzdem registriert, da sie die Abdeckung durchschlagen. (Dipl.-Ing. Rolf-Dieter Klein)

Nicht nur in Zeiten von Fukushima stellt eine derartige Anwendung ein brauchbares Werkzeug dar!

Weiterführende Links (bitte mit Strg + Linksklick öffnen)

Quelle: Helmholz Zentrum München, Dipl.-Ing. Rolf-Dieter Klein


 

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