Schulautonomie konkret

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Das am 28. Juni 2017 im Nationalrat beschlossene Bildungsreformgesetz geht nun schrittweise in die Umsetzung und bringt grundsätzlich mehr Gestaltungsspielraum für die einzelnen Schulstandorte hinsichtlich Schulzeitbestimmungen, Gruppengrößen und pädagogischer Gestaltung.

Mehr als 1,1 Millionen Schüler_innen sowie 26 000 LehrerInnen sind von den geplanten Änderungen betroffen, die sich konkret ab September 2018 auf folgende Bereiche beziehen:

Flexible Klassen- und Gruppengrößen

Es gibt keine vorgeschriebenen Maximal- und Minimalzahlen für Gruppen, diese können flexibel verändert werden. Planung und Festlegung erfolgt durch die Schulleitung, die die schulpartnerschaftlichen Gremien darüber informieren muss. Wird die Ressourcenplanung von den SchulpartnerInnen nicht unterstützt, kann der Vorschlag der Bildungsdirektion zur Prüfung vorgelegt werden. Berechnungsgröße für die zugeteilten Kontingente an Landes- und BundeslehrerInnen bleibt die bisherige KlassenschülerInnenhöchstzahl. Gezielte Förderung in Kleingruppen wird möglich, die Bildung von jahrgangsübergreifenden Gruppen nach inhaltlichen, pädagogischen und/oder projektorientierten Kriterien ist erlaubt.

Flexible Dauer der Unterrichtseinheit 

Zukünftig gilt die 50-Minuten-Einheit als Berechnungsgröße. Die Dauer der Unterrichtseinheit kann autonom festgelegt werden. Auch eine Blockung ist möglich. Die Flexibilisierung ermöglicht den dynamischen Einsatz von Lehrpersonal und somit  auch die Umsetzung spezifischer pädagogischer Inhalte am Standort (90 Minuten-Einheiten, längere Pausen). Bildungsprozesse können am Lernbedarf und am Lernstand von SchülerInnen strukturiert werden. Die 50-Minuten-Einheit wird flexibilisiert.

Flexible Öffnungszeiten

Die Berufstätigkeit beider Elternteile hat die familiären Rahmenbedingungen verändert, die einzelnen Schulstandorte können nun flexibler auf diese Situation reagieren. Ab September 2018 liegt die Festlegung der Öffnungszeiten im autonomen schulischen Entscheidungsbereich. Schulautonomie ermöglicht so, den unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnissen jeder Schulgemeinschaft Rechnung zu tragen. Ein späterer Unterrichtsbeginn trägt auch den veränderten biochemischen Prozessen von Pubertierenden Rechnung.

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