Schloss Tratzberg - Das Juwel über dem Inntal

Blick auf Schloss Tratzberg
Bildquelle: Schloss Tratzberg / bilder.tibs.at/node/1916 / Anton Prock / CC BY-NC-SA 3.0 AT

Wer im Unterinntal auf der Inntalautobahn unterwegs ist, wird mit Sicherheit schon das Schloss Tratzberg bemerkt haben, das sich in der Nähe von Stans befindet. Vielleicht hat es der eine oder die andere auch schon besucht und vor allem den Habsburgersaal bewundert. Dabei ist es gar nicht so selbstverständlich, dass das Schloss Tratzberg überhaupt noch so aussieht, wie man es jetzt kennt. Es hat nämlich eine sehr wechselhafte Geschichte hinter sich.

Geschichte

In den Quellen ist für 1296 eine Burg (Trazperch) an der heutigen Stellen der Burg Tratzberg erwähnt, die aber 1490/91 durch einen Brand zerstört wurde. Anstatt die Burg wieder aufzubauen, tauschte Kaiser Maximilian die Ruine gegen eine andere Burg ein, wodurch die abgebrannte Burg Tratzberg in den Besitz der Brüder Veit-Jakob und Simon Tänzl gelangte. Diese errichteten dann den ersten spätgotischen Teil des heutigen Schlosses Tratzberg, bevor eine Zeit ständig wechselnder Eigentumsverhältnisse begann, in welcher etwa der Kaufmann Georg Ritter von Ilsung den Innenhof bemalen und das Renaissancezimmer einrichten ließ und das Kaufmanngeschlecht der Fugger das Schloss mit dem heute noch vorhandenen Inventar weiter ausstattete. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts war das Schloss nicht mehr bewohnt und 1809 wurde die Rüstkammer geplündert sowie etliches an Mobiliar zerstört, ehe 1847 die Familie Enzenberg das Schloss erbte und in weiterer Folge wieder bewohnbar machte. Schloss Tratzberg befindet sich heute noch im Besitz der Familie Goëss-Enzenberg, die zu Beginn der 1990er Jahre das Schloss restaurierte und touristisch erschloss.

Highlights

Neben den zahlreichen Möbelstücken, die in der Zeit des Übergangs von der Gotik zur Renaissance entstanden und noch gut erhalten sind, und die jetzt auf Schloss Tratzberg ausgestellt werden, ist vor allem der sogenannte Habsburgersaal zu erwähnen. Ihn ziert ein Wandgemälde, welches sich quer durch den ganzen Raum erstreckt und das den Stammbaum der Habsburger abbildet. Der Stammbaum reicht dabei von der Schlacht zwischen Ottokar von Böhmen mit Rudolph von Habsburg, die im Jahr 1278 stattfand, bis zu Karl V und umfasst insgesamt 148 Personen. Die einzelnen Personen wurden dabei gemäß der Mode des ausgehenden 15. Jahrhunderts porträtiert, Verbindungen der einzelnen Personengruppen durch Äste und Ranken dargestellt und direkte Linien zu den jeweiligen Herrschern samt Frau(en) durch blaue Wolken umgesetzt.

Öffnungszeiten und Angebote

Schloss Tratzberg hat von Ende März bis Anfang November geöffnet. Neben unterschiedlichen Führungen wird auch ein Sonderprogramm für Schulausflüge angeboten.

Fazit

Vor allem der Habsburgersaal ist einen Besuch wert, findet man doch in anderen Schlössern kaum etwas vergleichbares. Zu beachten ist, dass das Schloss Tratzberg in den Wintermonaten geschlossen bleibt. Erwähnenswert ist auch, dass das Schloss seit der Renovierung von 1991 von den derzeitigen Eigentümern, der Familie Goëss-Enzenberg, bewohnt wird, wenngleich  sie natürlich nur jene Teile nutzen, die nicht zum Museumsbereich gehören.

 

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Schloss Tratzberg / bilder.tibs.at/node/1916 / Anton Prock / CC BY-NC-SA 3.0 AT

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