Schloss Schönbrunn - Wiens Versailles

Frontansicht von Schloss Schönbrunn, davor eine Wasserfläche, auf der sich Schloss Schönbrunn spiegelt
Bildquelle: schloss-schönbrunn-spiegelung-2043491 / pixabay.com/de/schloss-sch%C3%B6nbrunn-spiegelung-2043491 / bennimax / CC0

Wer schon einmal in Wien war, hat vermutlich auch das Schloss Schönbrunn besichtigt. Wenn nicht, dann hat man es vermutlich schon einmal in einem Film gesehen. Denn Schloss Schönbrunn ist nicht nur ein sehr schönes Schloss mit einer ebenso schönen Parkanlage, es steht auch in einem engen Zusammenhang mit der Geschichte einiger Habsburger, vor allem der von Kaiser Franz Joseph I und seiner Gemahlin Elisabeth (Sissy).

Geschichte

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts war das Gebiet, auf dem sich heute Schloss Schönbrunn befindet, im Besitz des Stifts Klosterneuburg und es wurde als Wirtschaftsfläche mit einer Mühle, der sogenannten Khattermühle genutzt. Es folgten einige Besitzerwechsel, ehe es 1548 in den Besitz des Wiener Bürgermeisters Hermann Bayr gelangte, der auf dem Grundstück ein Anwesen errichten ließ, welches in weiterer Folge als Katter- oder Gatterburg bezeichnet wurde. 1569 erwarb Kaiser Maximilian II das Areal. Er ließ Fischteiche und einen Tiergarten anlegen und ein Jagdschloss errichten. Das Areal wurde daraufhin zur Jagd genutzt, wobei auf einem der Jagdausflüge im Jahr 1612 der spätere Kaiser Matthias eine Quelle gefunden haben soll, die den Namen Schöner Brunnen erhielt. 1642 ließ dann Eleonora Gonzaga, die Witwe von Kaiser Ferdinand II, ein Lustschloss bauen und das Anwesen wurde in Schönbrunn umbenannt. Im Zuge der Zweiten Türkenbelagerung wurde das Anwesen Schönbrunn 1683 stark in Mitleidenschaft gezogen. Da eine Renovierung aussichtslos war, beschloss Kaiser Leopold I 1687 einen repräsentativen Neubau errichten zu lassen. Als Architekt wurde Johann Bernhard Fischer, der später unter dem Namen Fischer von Erlach berühmt werden sollte, eingestellt. Ursprünglich war geplant eine ähnlich pompöse Anlage zu errichten wie Schloss Versailles, man musste sich aber aufgrund der angespannten finanziellen Lage mit dem Bau eines bescheideneren Anwesens begnügen. Wie bei Bauten in der Dimension üblich, gerieten die Bauarbeiten immer wieder ins Stocken und zogen sich über mehrere Jahr(zehnt)e. Eine Aufwertung erhielt Schloss Schönbrunn als Kaiser Karl VI das Anwesen 1740 seiner Tochter Maria Theresia schenkte, die es dann zur kaiserlichen Sommerresidenz auserkor und entsprechend umbauen und erweitern ließ. Nach dem Tod Maria Theresias war Schloss Schönbrunn unbewohnt und wurde erst wieder zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch Kaiser Franz II (I) als Sommerresidenz und von Napoleon Bonaparte 1805 und 1809 während der Besetzung Wiens als Unterkunft genutzt. In dieser Zeit wurde Schloss Schönbrunn auch wieder renoviert. Unter Kaiser Kaiser Franz Joseph I erlebte Schloss Schönbrunn eine weitere Blütezeit, war es doch seine Lieblingsresidenz, die er Anfangs als Sommerresidenz und gegen Ende seines Lebens als permanente Residenz nutzte. Nachdem Schloss Schönbrunn im Rahmen des Habsburgergesetzes von 1919 in Staatsbesitz fiel, wurde es unterschiedlich genutzt, u.a. als Privatwohnungen, Invalidenheim, Stall, Theater oder Hauptquartier der britischen Besatzungsmacht. Heute wird der Großteil von Schönbrunn als Museum genutzt und der Rest als Privatwohnungen vermietet.

Highlights

Schloss Schönbrunn bietet viele Highlighlts, die aufzuzählen den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Aber einige sollen doch kurz erwähnt werden, wenngleich die Auswahl natürlich subjektiv ist.

  • Spiegelsaal: Der Spiegelsaal, aus der Zeit Maria Theresias stammend, hat seine Bezeichnung von 7 großen Kristallspiegeln, die einander reflektieren und den Raum somit optisch größer erscheinen lassen. Kaiser Franz Joseph I und Kaiserin Elisabeth nutzten ihn als Empfangssalon und Wolfgang Amadeus Mozart könnte in ihm als 6-jähriger sein erstes Konzert vor Kaiserin Maria Theresia gegeben haben.
  • Große Galerie: Sie bildet das Herzstück in der Mitte von Schloss Schönbrunn, ist über 40 m lang und knapp 10 m breit und wird nach wie vor für Veranstaltungen, Konzerte und Staatsempfänge genutzt.
  • Millionenzimmer: Das Millionenzimmer weist eine sehr wertvolle Vertäfelung aus Palisanderholz auf, was es zum wohl wertvollsten Raum des Schlosses macht.
  • Schlosspark: Der 160 ha große Schlosspark bildet mit Schloss Schönbrunn eine untrennbare Einheit und ist seit 1779 auf Betreiben von Kaiser Joseph II weitestgehend öffentlich zugänglich. Kostenpflichtig ist jedoch der Besuch einiger Attraktionen auf dem Areal des Schlossparks. Dazu gehören neben dem Tiergarten Schönbrunn u.a. auch die Orangerie, der Irrgarten, das Wüsten- und das Palmenhaus.
  • Großes Parterre: Das Große Parterre bildet das Zentrum des Schlossparks und es liegt an der Hauptachse zum Gloriette-Hügel.
  • Neptunbrunnen: Er schließt das Große Parterre ab und weist überlebensgroße Figuren auf.
  • Gloriette: Die Gloriette wurde 1775 auf dem Hügel über dem Neptunbrunnen im Gedenken an die Schlacht von Kolin von 1757, in welcher im Siebenjährigen Krieg der Vormarsch des preußischen Königs Friedrich II gestoppt werden konnte, errichtet.

Öffnungszeiten und Angebote

Schloss Schönbrunn hat ganzjährig geöffnet und es werden unterschiedliche Führungen angeboten. Für Schulen gibt es eigene Angebote, die man hier finden kann.

Fazit

Das Schloss Schönbrunn ist immer einen Besuch wert, genauso wie der Schlosspark oder auch der Tiergarten. Seit 1996 sind das Schloss und die Parkanlage auch Teil des UNESCO Weltkulturerbes, was seine Bekanntheit noch gesteigert hat. Wer das nötige Kleingeld hat und Schloss Schönbrunn nicht nur besichtigen, sondern auch erleben möchte, kann sogar eine Suite mieten und luxuriös in Schloss Schönbrunn übernachten. So oder so lohnt es sich durch Schloss und Park zu schlendern und den Spuren einer längst vergangenen Zeit zu folgen.

 

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