Schloss Ambras - Die Renaissanceperle Innsbrucks

Blick auf Schloss Amras, am vorderen Teil des Bildes sieht man einen sehr kleinen Teil der Parkanlage
Bildquelle: Schloss Ambras / bilder.tibs.at/node/41291 / Anton Prock / CC BY-NC-SA 3.0 AT

Wer in Innsruck ist und Richtung Süden blickt, wird ein Schloss entdecken das einst ad umbras (im Schatten) gebaut wurde und den Namen Schloss Ambras trägt. Wie viele Bauten aus längst vergangenen Zeiten hat auch Schloss Ambras eine wechselhafte Geschichte durchgemacht um letztendlich zu einem öffentlichen Museum zu werden.

 

Geschichte

An der Stelle, an der sich heute das Schloss Ambras befindet, hatten einst die Grafen von Dießen-Andechs einen Ansitz, der für das 11. Jahrhundert dokumentiert ist. Dieser Ansitz wurde jedoch 1133 von Heinrich  dem Stolzen zerstört und erst 150 Jahre später wieder neu aufgebaut. Mit dem Tod des letzten Andechsers (Herzog Otto VIII) im Jahr 1248 wechselte das Anwesen mehrmals den Besitz, ehe es an Meinhard I von Görz fiel. Als 1363 dann mit dem Ableben von Margarete von Tirol das Geschlecht der Görzer ausstarb ging Schloss Ambras in den Besitz der Habsburger über. Während Kaiser Maximilian I Schloss Ambras als Jagdschloss nutzte, baute Erzherzog Ferdinand II das Anwesen zu einem Prunkschloss um. Ab 1665 war Schloss Ambras nicht mehr landesfürstlicher Sitz und wurde etwa als Truppenquartier und Militärspital anderen Verwendungszwecken zugeführt. Ab 1913 war es dann als Sommerresidenz für den Thronfolger Franz Ferdinand vorgesehen, der allerdings 1914 ermordet wurde. 1919 zerfiel die Monarchie und Schloss Ambras wurde im Zuge der Vollstreckung des Habsburgergesetzes der Republik Österreich zugesprochen. Heute ist Schloss Ambras das einzige Bundesmuseum außerhalb Wiens. 

Highlights

Zu den Highlights von Schloss Ambras gehören sicher die folgenden Attraktionen:

  • Der Spanische Saal: Der Spanische Saal wurde zwischen 1569 und 1572 unter Erzherzog Ferdinand II als Repräsentationssaal errichtet und er zählt zu den schönsten freistehenden Saalbauten der Renaissance. Hervorzuheben sind die 27 ganzfigurigen Porträts der Tiroler Landesfürsten von Graf Albrecht I bis Ferdinand II vor einem Landschaftshintergrund, die von Conrad Gottlieb aus mehreren Holzsorten zusammengesetzten Türen und die zum Teil vergoldete und ebenfalls mit Intarsien versehene Holzdecke.
  • Die Sammlungen: Die Sammlungen gehen vor allem zurück auf Erzherzog Ferdinand II, der seine zahlreichen Sammlungen von Prag in sein neu umgebautes Prunkschloss bringen ließ, wo sie auch verblieben. Der Bestand erlitt allerdings einen Aderlass, als die Sammlungen 1806 im Zuge der Napoleonischen Kriege zur Sicherheit nach Wien gebracht wurden, von wo dann 1880 nicht mehr alle Stücke zurückkamen. Bekannt ist vor allem die Kunst- und Wunderkammer. Es befinden sich aber auch Rüstkammern, die Glassammlung Strasser sowie eine Porträtgalerie auf Schloss Ambras.
  • Die Parkanlage: Das Schloss Ambras ist von einer weitläufigen Parkanlage umgeben, wobei der größte Teil als englischer Landschaftspark mit einigen Relikten einer Renaissancegartenanlage angelegt wurde. Ins Auge stechen besonders die Bacchusgrotte, der Keuchengarten und der künstlich angelegte Wasserfall.

Öffnungszeiten und Angebote

Das Museum hat außer im November (da ist das Museum geschlossen) täglich von 10:00 bis 17:00 geöffnet und es werden neben Führungen für Privatpersonen auch Führungen für Schulklassen sowie Workshops für Schulklassen angeboten.

Fazit

Ein Besuch von Schloss Ambras lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Sowohl geschichtlich Interessierte als auch kunsthistorisch Interessierte werden viele interessante Exponate finden und wer damit nicht soviel anfangen kann, dem sei ein Spaziergang im wunderschön angelegten Park empfohlen.

 

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Bildquelle: 
Schloss Ambras / bilder.tibs.at/node/41291 / Anton Prock / CC BY-NC-SA 3.0 AT

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