Schenkökonomie

Zoila-orientalis-orientalis-(Cypraea)
Bildquelle: Wikimedia Commons / Philipp66; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zoila-orientalis-orientalis-(Cypraea).jpg

"... Schenken kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden: Man kann es z. B. als Kommunikation oder als Einhaltung gesellschaftlicher Normen beschreiben. Eine ökonomische Perspektive auf das Phänomen besteht dagegen aus den folgenden drei Komponenten:

1) Sie sieht die transferierten Gegenstände als Güter (und nicht primär als Kunstwerke, Resultate der Selbstverwirklichung oder Kommunikation). Diese Güter haben einerseits einen Wert für den, der sie benutzt, andererseits verbrauchen sie bei ihrer Herstellung Zeit und evtl. andere knappe Güter.

2) Sie erklärt das soziale Phänomen Geschenkverkehr als Ergebnis zweckrational disponierender Individuen, die mit knappen Mitteln bestimmte Bedürfnisse erfüllen wollen. Sie zeichnet die Handlungen dieser Akteure vor dem Hintergrund bestimmter sozialer, psychologischer und technischer Umweltfaktoren (die oft selbst nicht ökonomisch erklärbar sind).

3) Sie verortet eine Handlung innerhalb eines Systems von Handlungen: Genausowenig wie man isoliert erklären kann, warum jemand sein Auto für 20.000 DM verkauft, obwohl man das Geld weder essen, noch fahren oder bewohnen kann, macht normalerweise ein Geschenkakt singulär betrachtet Sinn: Er muß meistens als Handlung gesehen werden, die innerhalb eines Kontexts von vergangenen und zukünftigen Handlungen desselben und anderer Akteure steht.

Eine Geschenkökonomie - und das ist meine Definition - ist ein System der Zirkulation knapper Güter als Geschenk, das durch zweckrationale Handlungen in bestimmten Umweltbedingungen erklärt werden kann. ... (Quelle: www.wosamma.com, Maximilian Vogel)

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